Sport : Glücksspiel am Berg

Bei starken Böen gewinnt Grugger die Ski-Abfahrt

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Bormio Vor elf Tagen hat der Skirennfahrer Max Rauffer die Fachwelt verblüfft, als der 32-Jährige sensationell die Weltcup-Abfahrt von Gröden gewann. Gestern landete Rauffer wieder in den Regionen, die man von ihm eher gewohnt ist. Der Routinier vom SC Leitzachtal belegte bei der Weltcup-Abfahrt in Bormio (Italien) den 15. Platz. „Mein Lauf war nicht perfekt. Ich habe durch den Sieg zwar an Selbstvertrauen gewonnen, konnte es aber noch nicht umsetzen“, sagte Rauffer. Cheftrainer Werner Margreiter erklärte: „Das war okay. Aber es hätte besser gehen können.“

Sieger wurde der Österreicher Johann Grugger. Der 23-Jährige gewann in 1:55,77 Minuten sein erstes Weltcup-Rennen. Auch die weiteren Podestplätze gingen an österreichische Fahrer: Abfahrts-Weltmeister Michael Walchhofer (1:56,01) wurde Zweiter vor Olympiasieger Fritz Strobl (1:56,43). Bode Miller aus den USA verteidigte trotz Platz 14 seine souveräne Führung im Gesamtweltcup mit 876 Punkten. Der lange verletzte Florian Eckert (Lenggries/1:58,51) landete auf Platz 27 und gewann damit noch Weltcup-Punkte. Johannes Stehle (Obermaiselstein/1:59,47) erreichte auf Platz 42 das Ziel.

Auf der wegen Schneemangels verkürzten, aber technisch äußerst anspruchsvollen Piste behinderte erneut der Wind das Rennen und verursachte äußerst unterschiedliche Bedingungen. Während Rauffer wie schon bei seiner Siegfahrt in Gröden vom Wind weitgehend verschont blieb, hatten andere Athleten mit Böen und schlechter Bodensicht zu kämpfen. „Ich verliere hier nur meine Zeit. Die Jury sollte wissen, dass das hier nicht fair ist“, sagte der aufgebrachte norwegische Routinier Lasse Kjus nach seinem 29. Platz. „Ich glaube nicht, dass man das Rennen hätte starten sollen“, sagte der österreichische Skistar Hermann Maier. „Das war eine größere Windlotterie als in Gröden. Man hat einfach Glück haben müssen“, sagte Margreiter. Einzelne Läufer verloren auf kurzen Streckenabschnitten viel Zeit.

Kristian Ghedina (Italien) wurde quasi nebenbei noch Weltrekordler. Der 35-Jährige absolvierte seine 151. Weltcup-Abfahrt und löste mit dieser Marke an der Spitze der ewigen Rangliste den Österreicher Peter Wirnsberger (150) ab. „Diese Strecke liebe ich nicht so, Gröden mag ich lieber“, sagte Ghedina, der auf Rang 21 kam. In 16 Weltcup-Jahren erreichte er 13 Siege, zwölf davon in der Abfahrt. dpa

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