Sport : Gnadenakt: Trotz laufenden Konkursverfahrens erteilt das DHB-Präsidium die Lizenz

Nach dem unerwarteten Gnadenakt im Fall des VfL Gummersbach droht dem Deutschen Handball-Bund (DHB) eine Zerreißprobe. Trotz des laufenden Konkursverfahrens erteilte das DHB-Präsdium dem Rekordmeister in letzter Instanz unter Auflagen die Lizenz für die kommende Saison. Die Entscheidung erschüttert die Bundesliga in ihren Grundfesten.

So muss die Abstiegsfrage neu geklärt werden. Der Abstieg von Willstätt, das sich den Klassenerhalt eigentlich in der Relegation gegen Hildesheim gesichert hatte, ist nach der spektakulären Rettung der Gummersbacher mit einem Federstrich besiegelt. Spielwart Uwe Stemberg stellte klar: "Eine Aufstockung der Liga ist nicht zulässig." Nun muss der Bundesliga-Drittletzte HC Wuppertal seine Spieler aus dem Urlaub zurückrufen und die Relegation gegen Hildesheim bestreiten. Wuppertal prüft, ob gegen Gummersbachs Lizenzerteilung rechtliche Schritte möglich sind. "Wenn es geht, werden wir alle Rechtsmittel ausschöpfen, um dagegen vorzugehen", erklärte Wuppertals Manager Christoph Odenthal. "Ich bin schon überrascht, wie der VfL auf wundersame Weise wieder zum Leben erweckt wurde."

Unabhängig von den juristisch offenen Fragen ist das Verhältnis zwischen der Liga und dem Verband erheblich belastet. Der Ligaausschuss hatte Gummersbach trotz zweimaliger Prüfung wegen fehlender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit die Lizenz verweigert. Odenthal: "Die Entscheidung ist ein Arschtritt für den Ligaausschuss."

Dessen Vorsitzender Heinz Jacobsen äußerte sich nach der unerwarteten Kehrtwendung des DHB verwundert: "Das kann ja nur bedeuten, dass der Insolvenzverwalter quasi über Nacht ein schlüssiges Sanierungskonzept zur Rettung des VfL Gummersbach vorgelegt hat." Gummersbachs Insolvenzverwalter Henning Dohrmann hat in der Tat der Entscheidung zugestimmt. Es bleibt abzuwarten, welche neuen Fakten Gummersbach präsentiert hat.

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