Sport : Götter versagen nicht

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Armin Lehmann über die letzte Chance für Tiger Woods, ein Major zu gewinnen

Es ist ein hartes Leben, das der Spitzensportler führt. Er trainiert unermüdlich, geht auf Partys immer als Erster nach Hause und muss viel umherfliegen. So quälen sich viele, aber oft bleibt der ganz große Erfolg aus. Es sind nur wenig Auserwählte da, die fast immer Sieger sind. Nehmen wir Tiger Woods, den bekanntesten Sportler dieses Erdballs. Der Mann ist ein Genie, ein Phänomen, er kann die kompliziertesten Golfplätze lesen wie andere Bücher von Alfred Döblin. Aber er ist nie zufrieden!

In dieser Saison hat Woods erst schlappe vier Millionen Dollar Preisgeld verdient, was nicht der eigentliche Grund seiner Unleidigkeit ist. Die Siege sind nämlich mit einem schrecklichen Makel behaftet: Es fehlt der wichtigste Sieg. „Nur wenn du ein Major gewinnst, ist es ein großes Jahr“, hat Woods jetzt erklärt und damit quasi sein bisheriges Scheitern im Jahr 2003 eingestanden.

Nun ist es den Göttern des Sports vorbehalten, immer das ganz Große zu vollbringen – sonst wären sie ja keine. Woods jedenfalls will an diesem Status keinen Zweifel aufkommen lassen. Er kämpft. Um das letzte Mayor des Jahres im Bundesstaat New York zu gewinnen, hat er jetzt seinen alten Driver (Holz 1) von „Titleist“ aus der Mottenkiste geholt und damit seinen Hauptsponsor Nike ordentlich vor den Kopf gestoßen.

Seit 1999 hat Woods viermal hintereinander mindestens ein Major pro Saison gewonnen. Dem legendären Walter Hagen gelangen zwischen 1924 und 1929 fünf Siege. Der Druck ist groß, und jeder weiß: Götter hassen es zu verlieren.

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