Sport : Gojko Kacar wechselt zum HSV

Hertha bekommt 5,5 Millionen Euro für den serbischen Mittelfeldspieler

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Berlin - Die Attraktion des Tages hat Gojko Kacar leider nicht mehr miterlebt. Das Vormittagstraining des Berliner Fußball-Zweitligisten Hertha BSC war gerade beendet, da ging Markus Babbel in die Waagerechte und absolvierte – zack, zack, zack – mal eben 30 Liegestütze. Herthas Trainer hatte eine Wette gegen seinen Assistenten Rainer Widmayer verloren, weil er im abschließenden Trainingsspiel auf das falsche Team gesetzt hatte. Gojko Kacar verpasste gestern allerdings nicht nur die körperliche Ertüchtigung seines Trainers, er hatte auch schon beim Training zuvor gefehlt. Der Serbe hatte am Vormittag wichtige außerhäusige Termine: Gojko Kacar absolvierte gestern beim Hamburger SV die sportmedizinische Untersuchung.

Hertha und der HSV haben sich auf einen Wechsel des Mittelfeldspielers verständigt. Nachdem die Berliner das erste Angebot über 3,5 Millionen Euro lächelnd abgelehnt hatten, haben die Hamburger noch einmal deutlich nachgelegt. 5,5 Millionen Euro soll Hertha sofort erhalten, eine Million kommt hinzu, wenn der HSV sich für den Europapokal qualifiziert, und eine weitere, wenn er Kacar wieder verkauft. Im Idealfall könnten die Berliner also 7,5 Millionen Euro für den Mittelfeldspieler erhalten, für den sie vor zweieinhalb Jahren drei Millionen Euro an Vojvodina Novi Sad überwiesen haben. Insgesamt hat Kacar 64 Bundesligaspiele für Hertha bestritten und dabei zehn Tore erzielt. Beim HSV erhält er einen Fünfjahresvertrag.

Die Meldung von Kacars Wechsel kam für Trainer Babbel „nicht überraschend“. Schon vor seinem Amtsantritt war ihm von Herthas Führung mitgeteilt worden, dass aus finanziellen Gründen auch Spieler abgegeben werden müssten. Und es war klar, dass Kacar einer derjenigen sein würde, die mit Gewinn veräußert werden könnten. Zudem schien der serbische WM-Teilnehmer (ein Kurzeinsatz im Gruppenspiel gegen Deutschland) keine allzu große Lust auf die Zweite Liga zu haben. Trotzdem könne Babbel nichts Negatives über Kacar sagen: „Ich habe ihm gesagt, dass ich mit ihm als vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft plane. Er hat alles mitgemacht, hat sich professionell verhalten – das war alles top.“

Fürs Erste geht Babbel davon aus, dass Hertha keinen Ersatz mehr für Kacar verpflichten wird. „Den Verlust können wir auffangen“, sagt er. „Wir haben einige Optionen.“ Fabian Lustenberger und Pal Dardai sind die ersten Kandidaten für die Positionen im zentralen Mittelfeld, hinzu kommen die Nachwuchsspieler Fanol Perdedaj und Sascha Bigalke, der bisher eher als Offensivspieler geführt wurde. „Der kann das ganz gut spielen“, sagt Herthas Trainer. Die erste Möglichkeit zum Testen hat Babbel heute Abend, wenn Hertha im Jahnsportpark auf den Berliner Oberligisten BFC Dynamo trifft (19 Uhr).

Nach dem Verkauf von Arne Friedrich und Gojko Kacar nähert sich Herthas Kader nun seiner endgültigen Form an. Allein der Verbleib von Adrian Ramos ist noch fraglich – dank der Einnahmen aus dem Transfer Kacars ist sein Verkauf für Hertha aber zumindest nicht mehr überlebensnotwendig. Babbel plant mit dem kolumbianischen Stürmer, zumal er nicht den Eindruck habe, dass der unbedingt weg wolle. Herthas Trainer sagt aber auch: „Wenn ein Monsterangebot kommt, weiß ich nicht, wie der Verein reagiert.“

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