Gold für den Weltmeister : Frankreich siegt im Handball-Finale

Frankreich bleibt das Maß aller Dinge im Handball. Der Titelverteidiger und amtierende Weltmeister bezwang im Endspiel von London Außenseiter Schweden und sicherte sich erneut die Goldmedaille.

Jubel bei den französischen Handballern nach dem Titelgewinn.
Jubel bei den französischen Handballern nach dem Titelgewinn.Foto: Reuters

Weltmeister Frankreich hat als erstes Handball-Team zweimal hintereinander die Goldmedaille bei Olympischen Spielen gewonnen. Im Finale von London besiegten die Franzosen vor 14.000 Zuschauern in der ausverkauften Basketball Arena Außenseiter Schweden mit 22:21 (10:8). Platz drei ging an Kroatien, das zuvor gegen Ungarn mit 33:26 (19:14) gewinnen konnte. Bester Werfer für Frankreich war Michel Guigou mit fünf Toren. Für Schweden traf Niclas Ekberg sechs Mal.

Frankreichs Daniel Narcisse und Torwart Thierry Omeyer krönten mit dem Olympiasieg ihre perfekte Saison. Mit dem THW Kiel konnten sie bereits die Champions League, die deutsche Meisterschaft und den deutschen Pokal gewinnen. Ihr ehemaliger Mitspieler Kim Andersson war dagegen nicht in der Lage, Schwedens Finalfluch zu überwinden. Zum vierten Mal nach 1992, 1996 und 2000 gingen die „Tre Kronor“ als Verlierer eines Olympia-Finales vom Platz.

Schon lange vor dem Anpfiff verwandelten die französischen Fans die Arena in ein Tollhaus. Mit ohrenbetäubender Lautstärke schallte ihr „Allez Les Bleus!“ durch die Arena. Jede Parade von Weltklassekeeper Omeyer wurde mit „Titi“-Rufen gefeiert. Die schwedischen Fans waren bei diesen „Frankreich-Festspielen“ eindeutig in der Minderheit. Sie hatten in der Anfangsphase aber Grund zur Freude, weil ihre Mannschaft mit dem Topfavoriten hervorragend mithielt. In der elften Minute lagen die Skandinavier sogar mit 5:3 in Führung. Beide Abwehrreihen leisteten hervorragende Arbeit, Schnellangriffe wurden meist erfolgreich unterbunden. Erst ab Mitte der ersten Hälfte kamen die Franzosen besser ins Spiel und Omeyer näherte sich seiner Weltklasseform aus dem Halbfinale gegen Kroatien.

Zehn Minuten vor der Pause nahm der Favorit dann die Partie in die Hand. Bis zur 25. Minute ging Frankreich beim 10:7 erstmals mit drei Toren in Führung. Nach der Pause erhöhte Frankreich das Tempo und schien davonzuziehen, als der ehemalige Kieler Nikola Karabatic zum 14:11 traf. Eine Vorentscheidung war das aber immer noch nicht, weil die Schweden erstklassige Moral bewiesen und ihr Torwart Johan Sjöstrand mehrere glänzende Paraden zeigte. Die Partie blieb so bis zum Schlusspfiff hochdramatisch, am Ende aber jubelten die französischen Fans und sangen schließlich die „Marseillaise“, während die Spieler euphorisch auf dem Platz feierten.
„Wir hatten nach der EM noch etwas gutzumachen“, sagte Frankreichs Trainer Claude Onesta, dessen Team bei der Europameisterschaft nur Platz elf belegt hatte, „für uns ist diese Goldmedaille deshalb ganz besonders wichtig.“ (dapd)

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