Sport : Gold für Gatlin und Klüft

Jörg Wenig

Helsinki – Justin Gatlin griff sich so schnell wie möglich eine US-amerikanische Flagge. Er wollte nicht ohne dieses Symbol feiern. Die Flagge gehörte einfach zu diesem Triumph. Der Olympiasieger von 2004 über 100 Meter holte sich gestern Abend auch noch den WM-Titel über diese Strecke. In 9,88 Sekunden setzte sich der 23-Jährige durch, obwohl er einen schlechten Start hatte. Doch auf der zweiten Hälfte der Strecke kam Gatlin mächtig auf. Ungewöhnlich groß war sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Jamaikaner Michael Frater (10,05) und Titelverteidiger Kim Collins (Saint Kitts und Nevis/10,05). „Ich bin unheimlich stolz“, sagte Gatlin. Bei etwas wärmeren Temperaturen wäre er wahrscheinlich noch schneller gerannt. Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika) war wegen einer Verletzung nicht am Start.

Der Siebenkampf endete mit einer überaus knappen Entscheidung. Die Titelverteidigerin Carolina Klüft (Schweden) gewann mit 6887 Punkten und lag damit lediglich 37 Punkte vor Eunice Barber. Die Französin hatte schon bei der Weltmeisterschaft 2003 in Paris hinter Klüft Silber gewonnen. Vor dem abschließenden 800-m-Finale hatte Klüfts Vorsprung sogar nur 18 Punkte betragen. Barber setzte im 800-Meter-Lauf alles auf eine Karte, ging schnell an, brach aber auch den letzten 150 Metern dann doch etwas ein. „Es war ein toller Wettkampf“, sagte Klüft. „Aber am ersten Tag hatte ich irgendwie immer das Gefühl, dass es nicht richtig läuft. Heute war das anders.“

Den Dreisprung gewann Trecia Smith (Jamaika) mit 15,11 Metern. Die Titelverteidigerin Tatjana Lebedejewa aus Russland verzichtete kurzfristig aufgrund einer leichten Knöchelverletzung auf ihren Start. Die Russin, so wird vermutet, wollte ihre Jackpot-Chance in der Golden League nicht aufs Spiel setzen und eine Verletzung riskieren. Sie hat große Chancen, möglicherweise sogar als alleinige Jackpot-Siegerin eine Million Dollar zu kassieren.

Lebedejewas Landsmännin Olimpiada Iwanowa hatte zuvor das 20-Kilometer Gehen in neuer Weltrekordzeit (1:25:41 Stunden) gewonnen. Damit erhielt die Russin nicht bloß 60 000 Dollar Siegprämie, sondern auch noch 100 000 Dollar für den Rekord.

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