Sport : Gold und Enttäuschungen Bei der Kanu-EM brillieren

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Szeged (dpa). Ein überragender Andreas Dittmer und das Traum-Duo Ronald Rauhe/Tim Wieskötter haben den Deutschen Kanu-Verband bei der EM in Szeged vor einer Blamage bewahrt. Rauhe gewann am Sonntag im Einer den Kajak-Sprint über 200 m, nachdem er zuvor mit Wieskötter auch die olympischen 500 m für sich entschieden und über 200 m Silber geholt hatte. Dittmer holte Gold und Silber im Canadier.

Überraschende Niederlagen mussten die Kajak-Vierer der Damen und Herren einstecken, die stets zu den Medaillenbänken zählten. Somit stimmte die Gesamtbilanz mit drei Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen die Trainer nachdenklich. „Das ist kein Weltuntergang, aber wir haben einen Schuss vor den Bug bekommen. Vielleicht ist jetzt sogar stärkere Motivation da, in den kommenden Wochen noch einmal ranzuklotzen“, sagte Cheftrainer Josef Capousek. Seinen Ruf als Siegbringer konnte hingegen Dittmer bestätigen. Euphorisch stieß er die Faust in die Luft: Mit seiner Titelverteidigung über 1000 m schob sich der konstanteste Deutsche der zurückliegenden acht Jahre in die Favoritenstellung für die WM in Sevilla. Am Sonntag fügte der 30-jährige Neubrandenburger noch Silber über 500 m hinzu. Es war bereits seine achte EM-Medaille (2/5/1) in drei Jahren. „Im Training hat sich angedeutet, dass die Form stimmt“, sagte Dittmer.

In einer knappen Entscheidung setzte sich der Weltmeister-Zweier über 500 m mit 7/100 Sekunden vor Ungarn durch. „Das war unser seit langem schlechtestes Rennen“, sagte der Berliner Ronny Rauhe nach dem EM-Hattrick auf dieser Distanz. „Dass wir trotzdem gewonnen haben und zudem in 1:46,97 Weltrekord gefahren sind, stimmt uns aber optimistisch“, fügte sein Partner Tim Wieskötter (Potsdam) hinzu. Am Nachmittag stockte Rauhe seine EM-Bilanz mit dem sechsten Titel sowie Silber im Zweier auf den nichtolympischen 200 m auf.

Zufrieden war Lutz Liwowski nach dem dritten Platz im Kajak-Einer über 1000 m. Der 34-jährige Essener war in dieser Saison nur schwer in Tritt gekommen, stellte nun in Szeged wieder alte Klasse unter Beweis. Er erfüllte damit die Norm mit Platz fünf für den Start beim Weltchampionat in Sevilla.

Die deutschen Damen haben im Vergleich mit der Weltspitze deutlich an Boden verloren. Nach zweimal Bronze über 1000 m durch Katrin Wagner (Potsdam) im Einer und die Zweier-Weltmeisterinnen Manuela Mucke/Nadine Opgen-Rhein (Potsdam/Essen) gingen sie in den olympischen Klassen gänzlich leer aus.

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