Sport : Gold wert

Friedhard Teuffel

hält den Ringer Leipold für einen guten Bundestrainer Wahrscheinlich gibt es wenige Sportlerkarrieren, die auf so tragische Weise unvollendet geblieben sind wie die von Alexander Leipold. Seine olympische Goldmedaille von Sydney hat der Ringer verloren, weil seine Dopingprobe nach dem Wettkampf positiv war. Zweifel bestehen bis heute, ob Leipold tatsächlich mit verbotenen Mitteln nachgeholfen hat. Als er dann einen neuen Anlauf zum Olympiasieg unternehmen wollte, hielten ihn drei Schlaganfälle auf. Er wurde immerhin noch einmal Deutscher Meister, aber er blieb ein Sieger ohne die ersehnte Goldmedaille.

Jetzt wird Leipold Bundestrainer für den Nachwuchs. Ein gedopter Olympiasieger als Verantwortlicher für die Jugend? Das deutsche Ringen hat im vergangenen Jahrzehnt keinen populäreren Athleten erlebt als Leipold. Schon deshalb bindet ihn der Verband ein. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Leipold hat nach dem Verlust seiner Goldmedaille einen fast beispiellosen Kampf begonnen, um alle von seiner Unschuld zu überzeugen. Seine Medaille hat Alexander Leipold nicht zurückbekommen und auch keinen Freispruch erreichen können. Aber seine Berufung zum Bundestrainer ist nur das jüngste Anzeichen dafür, dass er seine Glaubwürdigkeit längst zurückgewonnen hat.

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