Sport : Golf Mannschafts-WM: "Nicht an Zuschauern messen" (Interview)

Der Deutsche Golf Verband (DGV) veranstaltet in Ba

Wolfgang Scheuer (64) ist seit 1994 Präsident des Deutschen Golf Verbandes.



Der Deutsche Golf Verband (DGV) veranstaltet in Bad Saarow die Amateur-WM. Woher sollen in Brandenburg denn die Zuschauer kommen, wenn es selbst bei einem Profi-Turnier wie den German-Masters in Motzen wenig Zuspruch gab?

Erstens sind Amateurspitzenspieler sportlich nicht schlechter als Profis. Zum anderen haben wir uns unter dem Motto "Berlin erleben, auf den hervorragenden Plätzen in Berlin und Brandenburg Golf spielen und die WM besuchen" sehr um Zuschauer, speziell um alle deutschen Golfspieler, bemüht. Gemeinsam mit einem Tour-Veranstalter werden günstige Reisen angeboten. So können Zuschauer neben dem WM-Besuch auch unter Anleitung selbst zum Schläger greifen.

Besteht nicht trotzdem das Risiko, dass die erhoffte Resonanz ausbleibt?

Wir haben vom World Amateur Golf Council (WAGC) den Auftrag erhalten, eine sportlich hervorragende Veranstaltung durchzuführen. Dies ist bereits durch die beiden erstklassigen Austragungsplätze gewährleistet. Die englische Fachzeitschrift "Golf World" hat das WM-Resort sogar zum besten deutschen Golfplatz gewählt. Wenn auch die Besucher dazu beitragen, dass wir ein würdiger Gastgeber sind, würden wir uns freuen. Ich möchte aber betonen, dass die Veranstaltung nicht an Zuschauerzahlen gemessen wird. Für die Vertreter der Nationalverbände sind einige Tausend Besucher mehr oder weniger nicht von so großer Bedeutung wie das bei einem Profi-Turnier wäre.

Das Fazit lautet also schon jetzt, dass die WM ein voller Erfolg wird?

Ein endgültiges Resümee können wir natürlich erst nach Veranstaltungsende ziehen. Jedoch hat uns das WAGC, das uns mit der Ausrichtung der WM beauftragt hat, bereits jetzt bestätigt, dass man mit den bisherigen Vorbereitungen mehr als zufrieden ist

und Sie selbst wollen zudem einen neuen Standard für zukünftige Weltmeisterschaften setzen.

Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren können wir bereits einen Teilnehmerrekord vorweisen. Auch unser Helferaufruf ist auf erfreuliche Resonanz gestoßen: 600 Golfer aus dem gesamten Bundesgebiet werden die WM als Caddie, Marshall oder Scorer unterstützen. Beides beweist, welch großes Interesse der WM entgegengebracht wird. Außerdem haben wir im Vorfeld eine noch nicht dagewesene Medienresonanz erzielt.

Daran gemessen - werden die Amateure im Golfsport dann richtig bewertet?

Bisher nicht. Wir wollen mit der WM auch erreichen, dass das Amateurgolf als Sport und insbesondere als Leistungssport aufgewertet wird. Weiteres Ziel ist, das Interesse sowie die Entwicklung, besonders in den neuen Ländern, zu fördern.

Welche Rolle übernimmt dabei der DGV?

Bereits 1993 hat der DGV die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) als Einstiegsvariante gegründet. Für 430 Mark Jahresgebühr können Interessierte ausprobieren, ob ihnen der Sport gefällt. Außerdem haben DGV und VcG gemeinsam im Vorjahr eine bundesweite Aktion zur intensiven Förderung des Golfsports als Schulsport gestartet.

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