Golf : Martin Kaymer: In vier Jahren zur Spitze

Martin Kaymer hat sich zu einem Weltklasse-Golfer entwickelt – eine Chronik.

Lars Spannagel
Kaymer
Martin Kaymer -Foto: dpa

1994: Im Alter von zehn Jahren spielt Martin Kaymer erstmals Golf. Drei Jahre später steht der gebürtige Düsseldorfer bereits im Kader der Nordrhein-Westfalen-Auswahl.

1999: Mit 15 Jahren senkt Kaymer sein Handicap auf 0. Nachdem er zuvor auch erfolgreich Fußball in den Jugendmannschaften von Fortuna Düsseldorf gespielt hat, konzentriert er sich jetzt komplett auf Golf.

2005: Nach dem Abitur wird Kaymer Profi. Mit der Mannschaft des Deutschen Golf Verbandes wird er Vize-Europameister.

2006: Innerhalb eines Jahres gelingt Kaymer ein rasanter Aufstieg. Zunächst startet er auf der drittklassigen EPD-Tour für Nachwuchsprofis. Er gewinnt fünf Turniere und erregt beim „Habsberg Classic“ internationales Aufsehen: Mit 59 Schlägen gelingt ihm die beste Runde, die je ein deutscher Spieler bei einem offiziellen Turnier erzielt hat. Die Weltbestleistung von 58 verpasst er nur um einen Schlag. Mit seinen Leistungen qualifiziert sich Kaymer für ein Turnier der Challenge Tour im Juli, das er auf Anhieb gewinnt. Durch den Sieg erhält er das Startrecht für alle restlichen Turniere der Tour. Er gewinnt ein weiteres Mal, wird einmal Zweiter und zweimal Dritter und qualifiziert sich damit für die European Tour, die höchste europäische Spielklasse.

2007: Bei den ersten fünf Turnieren hat Kaymer Anpassungsschwierigkeiten und verpasst den Cut. Bei den Estoril Open im März wird er in Portugal Dritter und schiebt sich in der Weltrangliste erstmals an Bernhard Langer vorbei auf Platz 126. Er ist jetzt der bestplatzierte Deutsche und wird Ende des Jahres trotz wenig stabiler Leistungen zum besten Nachwuchsspieler der European Tour gewählt.

2008: Im Januar gelingt Kaymer in Abu Dhabi sein erster Turniersieg auf der European Tour. Im Alter von 23 Jahren und 24 Tagen ist er der jüngste deutsche Sieger in dieser Spielklasse. Zwei Wochen später muss er sich in Dubai nur Superstar Tiger Woods geschlagen geben. Im Sommer gewinnt Kaymer als erster Deutscher die BMW Open in München, in der Weltrangliste rückt er unter die besten 30 vor. Der südafrikanische Weltklassespieler Ernie Els sagt: „Er ist ein Star der Zukunft.“ Bei seinem ersten US-Masters in Augusta scheitert er am Cut, das europäische Team für den Ryder Cup verpasst er ebenfalls knapp. Kapitän Nick Faldo lädt ihn trotzdem ein, damit Kaymer die Atmosphäre des traditionellen Mannschaftswettkampfs zwischen Europa und den USA kennenlernen kann.

2009: Im Juli gewinnt Kaymer innerhalb von zwei Wochen das Turnier in Paris und die exzellent besetzten Scottish Open in Glasgow und rückt auf Platz elf der Weltrangliste vor. „Diese Woche werde ich nie vergessen“, sagt er. Die Londoner „Times“ schreibt, rechtzeitig zu den am Donnerstag beginnenden British Open stehe Kaymers Karriere „in voller Blüte“.

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