Sport : Golf-Meisterschaft: Tiger Woods spielt wieder verblüffend

Scheinbar ohne Anstrengung hat Golf-Superstar Tiger Woods den ersten Tag der Hitzeschlacht beim US-PGA-Championship in Louisville/Kentucky gemeistert und die Führung beim vierten Major-Turnier des Jahres übernommen. Temperaturen um 35 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit knapp unter 100 Prozent schlauchten die besten Profis der Welt bei quälend langen Runden.

Nur der Primus der Szene - Woods gewann zuletzt die US- und die British Open und führt einsam die Weltrangliste an - vergoss auf dem Weg zu seiner 66-er Runde kaum einen Schweißtropfen. Härtere Arbeit leistete der Anhausener Bernhard Langer, der nach sechs Stunden und 17 absolvierten Löchern mit einem Ergebnis von drei über Par von der hereinbrechenden Dunkelheit gestoppt wurde.

"Seine Kontrolle ist einfach phänomenal. Er macht keine Fehler und probiert nichts, was er nicht kann. So sollte Golf gespielt werden", lobte Altmeister Jack Nicklaus, der gemeinsam mit Woods spielte und elf Schläge mehr als dieser benötigte. Nach einem ruhigen Start legte der 24-Jährige Woods einen Zwischenspurt auf den Löchern sieben bis zwölf hin. Fünf Birdies waren der Grundstein für den guten Auftakt. "Eine gute Ausgangsposition ist alles, worum es mir heute ging", kommentierte Woods.

Nur US-Landsmann Scott Dunlap konnte am Donnerstag mit dem gleichen Ergebnis gegenhalten, während die versammelte Konkurrenz bereits schwere Rückschläge hinnehmen musste. Besonders Ernie Els aus Südafrika und der Schotte Colin Montgomerie schlichen nach Runden mit jeweils 74 Schlägen von der Anlage des Valhalla Golf Clubs. "Wir sollten uns fragen, ob wir nicht den Austragungsort wechseln sollten. So lange Runden sind lächerlich", meckerte der frustrierte Els.

Opfer des Schneckentempos wurde auch der einzige deutsche Starter bei der mit 3,5 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung. Langer lag nach vier Bogeys und drei Birdies auf einem guten Kurs, bevor er an den Löchern 16 und 17 bei bereits nachlassendem Licht jeweils noch einen Schlag einbüßte. Mit einem Zwischenergebnis von drei über Par rangierte er damit unter 150 Startern auf dem 81. Platz. "Mir liegen diese Plätze nicht besonders", hatte Langer bereits vor dem Turnier vor überzogenen Erwartungen gewarnt. Sein bestes Ergebnis erzielte der zweimalige US-Masters-Champion 1987 mit dem 21. Rang.

Als ernsthaftester Verfolger von Woods wird nach dem Auftakt der Nordire Darren Clarke gehandelt. Mit einer 68-er Runde gelang dem schwergewichtigen Ryder-Cup-Spieler ein glänzendes Ergebnis, das ihn von einem Duell mit Woods am Sonntag träumen lässt.

IBF-Chef Lee vor Gericht

stark entlastet

Newark. Robert W. Lee, Gründer und ehemaliger Präsident des Profibox-Weltverbandes IBF, hat vor Gericht erste Teilerfolge errungen. Ein Bundesgericht im US-Bundesstaat New Jersey hat den 66-Jährigen von fast allen gegen ihn erhobenen Anklagepunkten entlastet. Lee Senior war gemeinsam mit seinem Sohn unter anderem Bestechung und Erpressung vorgeworfen worden. Lediglich sechs der 33 Anklagepunkte bestätigte das Gericht, darunter Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Sämtliche neun Delikte, für die sich Robert Lee Junior verantworten musste, sahen die Geschworenen nach 15-tätiger Beratung als gegenstandslos an. Die US-Staatspolizei FBI hatte insgesamt vier Jahre gegen Lee Senior ermittelt.

Lee Sr. und Co. sollen zwischen 1985 und 1999 338 000 Dollar von Promotern bekommen und als Gegenleistung deren unbekannte Boxer in den Weltranglisten nach oben gesetzt haben. Die schwerwiegendste Aussage hatte in diesem Zusammenhang US-Großpromoter Bob Arum gemacht, der 1995 für die Sanktionierung des Fights zwischen seinem Schwergewichts-Champion George Foreman und dem damals unplatzierten Axel Schulz rund 100 000 Dollar bezahlte. In den Fall war auch der deutsche Promoter und Manager Wilfried Sauerland verwickelt. Im Falle eines umfangreichen Schuldspruches hätte Lee die Höchststrafe von 20 Jahren Haft gedroht.

Schwimmer 54 Mal

auf Doping getestet

Lausanne Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) wurden im ersten Halbjahr 2000 von Kontrolleuren der weltweiten Dach-Organisation Fina 54 Mal auf Doping getestet. Dabei entfielen zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 43 Tests auf den Trainings- und elf auf den Wettkampfbetrieb. Dies geht aus einer in Lausanne vorgelegten Bilanz hervor. Insgesamt führte der Weltverband Fina in diesen sechs Monaten in Eigenregie 697 Trainings- und 192 Wettkampfkontrollen durch. Besonders intensiv prüfte die Fina in China, wo 64 so genannte "Out of Competition"-Kontrollen und 39 Wettkampfproben genommen wurden. Von den deutschen Spitzenschwimmerinnen wurden Britta Steffen aus Schwedt, Daniela Samulski (Berlin) und Athletensprecher Chris-Carol Bremer (Hannover) im Training je drei Mal getestet. Weltmeisterin Sandra Völker aus Hamburg und Weltrekordlerin Franziska van Almsick (Berlin) mussten jeweils zwei Doping-Kontrollen über sich ergehen lassen.

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