Golf-Profi Jordan Spieth : Der Liebling der Nation

Jordan Spieth kann bei der PGA Championship den Karriere-Grand-Slam perfekt machen und Tiger Woods’ Rekord unterbieten.

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Gut in Schwung. Spieth könnte in Charlotte Historisches vollbringen.
Gut in Schwung. Spieth könnte in Charlotte Historisches vollbringen.Foto: Scott Kinser/dpa

Es kommt derzeit nicht mehr allzu oft vor, dass Tiger Woods als Golfer wahrgenommen wird. Der einstmals beste Spieler seines Sports ist tief gefallen und liefert eher Stoff für die Klatschspalten in der US-Presse. Da ist es fast schon wohltuend, dass dieser Tage noch einmal daran erinnert wird, dass Woods auf dem Golfplatz Rekorde für die Ewigkeit aufgestellt hat.

Wobei das mit der Ewigkeit auch so eine Sache ist. Bei der US-PGA-Championship, die von Donnerstag bis Sonntag im Quail Hollow Club in Charlotte ausgetragen wird, kann Jordan Spieth als jüngster Spieler den Karriere-Grand-Slam perfekt machen. Nach Siegen beim US Masters und den US Open 2015 gewann der Texaner vor ein paar Wochen bei den British Open und braucht nun nur noch den Titel beim vierten Major. Spieth wäre im Erfolgsfall sechs Monate jünger als Tiger Woods, als der seine Major-Sammlung im Jahr 2000 vervollständigte.

„Wenn es dieses Jahr passiert, dann ist es toll, es wäre ein weiteres lebenslanges Ziel, das wir dann erreicht hätten. Aber ich glaube, dass ich es früher oder später schaffen werde“, sagte Spieth vor Beginn des Turniers. Vor ein paar Tagen ist er 24 Jahre alt geworden, in den USA ist er aktuell der Vorzeigesportler. Spieth gilt als Familienmensch ohne Allüren, der immer freundlich und mit guten Manieren auf den Plätzen unterwegs ist. Einem wie ihm gönnen sie in den Staaten seine Erfolge von Herzen.

Rory McIlroy mag den Platz in Charlotte - hier hat er schon zwei Turniere gewonnen

Bei Tiger Woods war das immer ein bisschen anders. Von den US-Fans wurde er zwar bewundert, geliebt haben sie allerdings Phil Mickelson. Einzelkämpfer Woods trat zu verbissen auf, dazu war seine dunkle Hautfarbe im traditionell weißen Sport Golf zumindest einigen seiner Landsleute suspekt. In Jordan Spieth gibt es nun den perfekten Woods-Nachfolger. Sollte er am Wochenende in Charlotte triumphieren, wäre er nach Jack Nicklaus, Gary Player, Ben Hogan, Gene Sarazen und Woods erst der sechste Golfer, dem der Karriere-Grand-Slam gelingt.

Sein größter Kontrahent in Charlotte dürfte Rory McIlroy werden, dem selbst nur noch der Masters-Titel in seiner Major-Vita fehlt. „Es wäre toll, wenn wir beide 2018 den Grand Slam schaffen würden“, kommentierte der Nordire dann auch Spieths Ambitionen nicht ohne eigene Hintergedanken.

Tiger Woods hat übrigens seit Februar kein Golfturnier mehr bestritten. Die PGA Championship wird er verletzt verpassen. Dazu hat der 41-Jährige einen Prozess wegen Fahrens unter Medikamenteneinfluss am Hals. Der bringt ihm in den USA derzeit vor allem Häme ein. Für Rekorde auf den Grüns dieser Welt sind längst andere zuständig.

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