Golf: Ryder Cup : Bad Saarow ist eingelocht

Nun ist es amtlich und eine gute Nachricht für alle Golf-Anhänger: Bad Saarow ist deutscher Kandidat für die Austragung des Ryder-Cups im Jahr 2022.

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Ohne Platzreife? Sollte der Ryder Cup nach Bad Saarow kommen, dann muss noch etwas am Platz gemacht werden.
Ohne Platzreife? Sollte der Ryder Cup nach Bad Saarow kommen, dann muss noch etwas am Platz gemacht werden.Foto: Imago

So einig war sich Deutschland in Sachen Golf noch nie. Am Mittwoch saßen bei der offiziellen Bekanntgabe von Bad Saarow als deutscher Kandidat für die Austragung des Ryder-Cups 2022 Vertreter aus Politik, Sport und Golfplatzbetreibern einträchtig beieinander. Vergessen schienen alle Querelen der Vergangenheit, die gescheiterte Bewerbung von 2009 war nicht mehr als eine Randnotiz. Auch dass von insgesamt rund 790 Golfplätzen in Deutschland am Ende nur eine Anlage als tauglich eingestuft wurde, die zudem noch von einer Kandidatur überzeugt werden musste – geschenkt.

Als „Notlösung“ versteht sich das A-Rosa-Resort am Scharmützelsee mit seinem Golfareal ohnehin nicht. „Richtig ist, dass wir uns zunächst nicht bewerben wollten“, gibt Geschäftsführer Richard Vogel zu. Die Herangehensweise der Ryder Cup Deutschland GmbH (RCD) aber hätte nicht nur ihn darin bestärkt, es noch einmal zu versuchen. 2009 hatte es für Bad Saarow nicht einmal im deutschen Vorentscheid gereicht. „Ich weiß nicht genau, warum es damals nicht geklappt hat. Für mich war Bad Saarow seinerzeit schon der beste Kandidat“, sagt Marco Kaussler diplomatisch.

Ob die Bewerbung Erfolg hat entscheidet sich im Herbst

Der Leiter des deutschen Bewerbungskomitees hat derzeit viel zu tun. Bis zum 30. April muss die offizielle Bewerbung von Deutschland für den Ryder-Cup 2022 eingereicht werden, im Herbst fällt dann die Entscheidung. Vertreter von Ryder Cup Europe waren zuletzt in der Region Berlin-Brandenburg, um sich persönlich ein Bild vom deutschen Kandidaten zu machen. Dabei trafen sie auch mit ranghohen Vertretern aus der Politik zusammen. Die steht diesmal hinter einer Bewerbung. „Wir haben in der Vergangenheit viele Gespräche geführt“, erklärt Hans Joachim Nothelfer, Präsident des Deutschen Golf-Verbandes (DGV). Früher sei der Golfsport „eine Insel“ gewesen, inzwischen aber hätte es das Spiel „in die Mitte der Gesellschaft“ geschafft. Und so ein Ryder-Cup in Deutschland, der würde ohnehin alles verändern.

Doch kann sich Bad Saarow tatsächlich behaupten im Wettstreit mit Bewerbern aus Österreich, Spanien, Portugal und Italien? „Wir müssen noch viele Hausaufgaben erledigen“, sagt RCD-Chef Kaussler. Das gilt vor allem in Sachen Infrastruktur. Täglich 50 000 Zuschauer müssten während des Kontinentalvergleichs der besten europäischen und US-amerikanischen Golfer von Berlin nach Brandenburg und auf der Anlage bewegt werden. „Die Verkehrsanbindung steht bei uns ganz oben auf der Prioritätenliste“, sagt Vogel. Dass die stillgelegte Bahntrasse nach Bad Saarow für den Ryder-Cup reaktiviert werden könnte, ist aber eher unwahrscheinlich. Stattdessen werde derzeit intensiv an einem Park & Ride-Konzept gearbeitet.

Am Platz sind Umbauarbeiten nötig - sollte Deutschland den Zuschlag erhalten

Und dann ist da auch noch der Platz. An dem sind umfangreiche Umbauarbeiten nötig, sollte Deutschland den Zuschlag erhalten. Darum will sich Namensgeber Nick Faldo selbst kümmern. Die britische Golflegende ist zwar an diesem Mittwoch nicht selbst in Berlin dabei, per Videobotschaft teilt er jedoch mit: „Ich freue mich sehr darauf, die Bühne für den Ryder-Cup zu entwickeln. Gemeinsam können wir es schaffen.“ Und davon scheinen diesmal in Deutschland tatsächlich eine ganze Reihe von Menschen überzeugt zu sein.

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