Sport : Golf: Zwei Deutsche jagen die Kanne

Alexander Cejka und Bernhard Langer haben am dritten Tag der 130. British Open Golfgeschichte geschrieben. Der gebürtige Tscheche Cejka teilte sich am Samstagabend bei dem mit 10,6 Millionen Mark dotierten Major der Golfprofis mit dem 43-jährigen Bernhard Langer sowie dem Waliser Ian Woosnam und David Duval (USA) mit je 207 Schlägen die Führung - einen Schlag vor neun Zweitplatzierten.

Das hat es in der deutschen Golfhistorie bei dem ältesten und wichtigsten Turnier der Welt noch nie gegeben. Gleich zwei deutsche Golfprofis haben eine große Chance haben, zum ersten Mal die Siegestrophäe "Claret Jug" (Silberne Rotweinkanne) zu gewinnen. Mit drei Bogeys auf den letzten neun Löchern verschenkte der 30-jährige Cejka die alleinige Spitzenposition an diesem Tag. Langer, Duval und Woosnam liegen nun mit 207 Schlägen gleichauf.

Es war nicht der Tag der Favoriten. Am härtesten traf es Titelverteidiger Tiger Woods. Mit 212 Schlägen fiel der Weltranglisten-Erste auf den 28. Platz zurück und hat nur noch eine Minimalchance auf den Siegerscheck von 1,926 Millionen Mark. Der zwei Tage führende Colin Montgomerie hielt vor 50 000 Zuschauern wieder nicht dem hohen Erwartungsdruck stand und lag vor dem Finale mit 208 Schlägen nur auf dem geteilten fünften Rang. So eng und dramatisch ging es in der 140-jährigen Geschichte der British Open noch nie zu.

"Wenn ich wieder so einen Lauf habe, wie auf den ersten 14 Löchern, kann ich morgen gewinnen", sagte Cejka. Am vergangen Montag hatte er sich erst mit Glück und Können durch die Vorqualifikation geschlagen. Am Sonntag könnte der krasse Außenseiter, der nach drei Toursiegen 1995 aus dem Feld der Spitzengolfer zu verschwinden drohte, seinen größten Triumph feiern. "Mir liegt der Platz", glaubt Cejka. 1996 war er in St. Annes vor Woods auf dem elften Platz gelandet.

"Es ist ein großartiges Gefühl. Das war meine beste Runde hier und ich habe eine Chance, endlich dieses Turnier zu gewinnen", sagte Langer. Seine besten Platzierungen waren bisher zwei zweite (1981, 1984) sowie drei dritte Plätze. Dabei hatte Langer noch bis zum Start am Donnerstag an seiner Teilnahme gezweifelt. Der Schwabe musste die Scottish Open abbrechen und musste seinen Hexenschuss von einem Physiotherapeuten behandeln lassen. Gestern aber spielte er ohne körperliche Probleme. Langer sagte: "Ich habe durch die Negativerlebnisse viel gelernt, spiele eher defensiv, dafür aber strategisch klüger."

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