Sport : Golfen nach der Sintflut

Schwierige Bedingungen für die Profis in den USA

Chicago - Im Unwetter über Illinois haben der Australier Aaron Baddeley und der Amerikaner Jonathan Byrd den Überblick behalten. Bei den BMW Championships der Golfprofis, gleichzeitig das Halbfinale des FedEx-Cups, übernahmen sie nach der zweiten Runde mit je 204 Schlägen die Führung. Nach einer knapp dreistündigen Unterbrechung wegen sintflutartiger Regenfälle setzte sich das Duo am Freitag (Ortszeit) vor den schlaggleichen Justin Rose (England), Camilo Villegas (Kolumbien) sowie den US-Amerikanern Steve Stricker und Tiger Woods (alle 205) an die Spitze der noch 65 Konkurrenten. Die besten 30 nach vie Runden bestreiten das mit 35 Millionen Dollar dotierte Finale vom 13. bis 16. September in Augusta/Georgia.

Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 40 km/h peitschte der Sturm den Regen über den Par-71-Kurs im Cog Hill Golfclub. In Windeseile standen die Grüns unter Wasser. Das Personal zog mit Besen und Schneeschiebern zu Werke, während die ohnehin erstaunlich wenigen Zuschauer bei dem mit sieben Millionen Dollar dotierten Semifinale in die Vip-Zelte flüchteten.

Schlag für Schlag setzten sich Villegas, der Wahl-Amerikaner Baddeley und Byrd von der Konkurrenz ab, während Woods um den Anschluss kämpfte. Der Weltranglistenerste war mit vier Schlägen unter Par und drei Rückstand auf die Spitze gestartet. Nach elf Löchern hatte er mit drei Birdies schon einiges aufgeholt, als ihn ein Bogey , ein Schlag über Lochstandard, aus dem Rhythmus brachte. Mit drei Birdies auf den letzten vier Löchern reparierte der Kalifornier den Schaden. Villegas leistete sich nach einer zwischenzeitlichen Führung von drei Schlägen eklatante Fehler und rutschte ab.

Byrd kämpft wie der Kolumbianer um einen Platz unter den besten 30 Qualifikanten. Baddeley hat dagegen das Endspiel als bisher Elfter in der Spezial-Rangliste sicher. Der 29-Jährige, der als 30. der FedEx-Rangliste nach Chicago gekommen war, hatte als Empfehlung für Höheres am Donnerstag seine beste Runde der Saison gespielt und nur um einen Schlag den Platzrekord (63) auf dem über 100 Jahre alten Park-Kurs auf dem Cog Hill verfehlt. Auch Villegas hat noch Großes vor. Der charismatische Profi aus Medellin, in der Heimat auf dem Weg zum Nationalhelden, hat seit 2006 auf der US-Tour kein PGA-Turnier gewonnen. Doch drei zweite Plätze belegen, dass der 26 Jahre alte Aufsteiger mit dem Hang zu ausgefallener Kleidung in schrägen Farben reif ist für einen erstklassigen Titel. Ob seine Leistung ausreicht, um am Sonntag das Finale zu erreichen, ist offen. dpa

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