Golfer Maximilian Kieffer : „Mein Moment wird bald kommen“

Maximilian Kieffer über seine Entwicklung als Profi-Golfer, den Sieg bei den BB-Masters und Olympia 2016 in Rio.

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Maximilian Kieffer ist seit 2010 Profi.
Maximilian Kieffer ist seit 2010 Profi.Mike Wolff

Herr Kieffer, Sie spielen inzwischen Ihre dritte Saison auf der European Tour. Was motiviert Sie, an einem Turnier für Professionals und Amateure wie den Berlin-Brandenburg-Masters teilzunehmen?

Das Turnier kommt für mich gerade recht. Auf der European Tour hatte ich ohnehin zwei Wochen Pause eingeplant, um in Deutschland mit meinem neuen Trainer Ted Long zu trainieren. Außerdem brauchen wir in Deutschland dringend Turniere wie die BB-Masters, auch für die Ryder-Cup-Bewerbung. Das unterstütze ich.

Sie haben die BB-Masters im Stechen gegen Jonas Kölbing gewonnen.

Ich musste dafür mein bestes Golf spielen, um zu gewinnen. Und ein solcher Erfolg in einer Drucksituation gibt Selbstvertrauen.

Viele glauben, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Sie Ihr erstes European-Tour-Event gewinnen. Wie gehen Sie mit diesen Erwartungen um?

Die höchsten Erwartungen habe ich an mich selbst. Aber obwohl ich ein ungeduldiger Mensch bin, weiß ich, dass ich es nicht erzwingen kann. Jede Woche spielen auf der European Tour 156 Profigolfer gegeneinander, und nur einer kann gewinnen. Profigolfer müssen insofern enorm tolerant sein gegen Frust. Mein Moment wird hoffentlich bald kommen.

Was haben Sie in den ersten beiden Jahren auf der Tour gelernt?

In der ersten Saison habe ich sehr von der Euphorie gelebt. Druck gab es nicht – anders als im zweiten Jahr. Da habe ich mitten in der Saison in meinem Spiel den Faden verloren. Für mich war es das erste Tal nach Jahren, in denen es immer aufwärts ging.

Sie haben sich dann von Ihrem langjährigen Trainer getrennt. Warum?

Ich hatte einfach das Bauchgefühl, nach zehn Jahren mit Roland Becker etwas verändern zu müssen. Dabei geht es gar nicht darum, ob der eine Trainer besser ist als der andere. Ich wollte einfach nicht weiter auf der Stelle treten. Jetzt arbeite ich mit Ted Long gerade hauptsächlich an der Gewichtsverlagerung des Körpers im Verlauf des Schwungs, um einen noch rundere Bewegung zu erreichen.

Golf ist 2016 wieder olympisch. Haben Sie Hoffnung, in Rio dabei zu sein?

Olympische Spiele sind für jeden Sportler ein Traum. Aber viele Gedanken habe ich mir darüber noch nicht gemacht. Ich muss mich ohnehin Woche für Woche auf der Tour beweisen. Wenn mir das mit guten Ergebnissen gelingt, kommt das Thema Olympia von ganz allein.

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