Gomez und Bayern : Unmut nur in den Katakomben

Die Meisterschaft ist so gut wie entschieden, die Bayern könnten sich eigentlich zufrieden zurücklehnen. Doch etwas trübt die Stimmung: Stürmer Mario Gomez fordert mehr Unterstützung von seinem Verein.

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Zum Lachen ist ihm nicht zumute: Mario Gomez ist beim FC Bayern zurzeit selten mittendrin.
Zum Lachen ist ihm nicht zumute: Mario Gomez ist beim FC Bayern zurzeit selten mittendrin.Foto: dpa

Natürlich hatte Uli Hoeneß hinterher in den Katakomben ein Lächeln auf dem Gesicht. Nach dem 4:0 seines FC Bayern München gegen Schalke 04 sah der Präsident ausgeglichen aus wie ein lebender Buddha, nur eines verhagelte ihm kurz die Laune. Was denn nun mit Robert Lewandowski sei, fragten ihn die Reporter. Ist sich der FC Bayern wirklich einig mit dem Stürmer, der von Borussia Dortmund an die Isar wechseln soll? „Fragen Sie doch den Lothar“, entgegnete Hoeneß patzig.

15 Punkte Vorsprung haben die Münchner nun auf den Tabellenzweiten Dortmund, so etwas gab es nach dem 21. Spieltag noch nie in 50 Jahren Bundesliga. Jeder Spitzenreiter, der zu diesem Zeitpunkt nur sechs Punkte vorne lag, ist später auch Meister geworden. Kein Gegentor nach der Winterpause, flüssiges Spiel, sehenswerte Tore – es hätte alles so schön sein können beim FC Bayern, hätte nicht Mario Gomez seinem Unmut Luft gemacht. Seit Tagen schwelen Gerüchte um einen Wechsel von Robert Lewandowski, Lothar Matthäus hatte den Deal sogar als perfekt gemeldet, deswegen auch der Ärger von Uli Hoeneß. Und nun forderte also Gomez mehr Rückendeckung: „Der Verein muss sich klar bekennen und uns Stürmern sagen, was los ist.“

Es war eigentlich auch für Gomez ein schöner Tag gewesen. Jupp Heynckes hatte ihn zum ersten Mal seit der Winterpause von Beginn an spielen lassen, wie auch Arjen Robben und Jerome Boateng. Der Nationalstürmer hatte es Heynckes mit einem Treffer und überschwänglichen Worten gedankt: „Es war mutig, uns drei zu bringen, obwohl es vorher so gut lief. Das zeigt die wahre Größe unseres Trainers.“ Dann aber verdunkelten sich seine Gesichtszüge. Er habe „keine Angst, vor niemandem“, teilte Gomez in Richtung Lewandowski mit und kritisierte: „Ein Bekenntnis im Moment sieht anders aus für die Stürmer, die da sind.“

So schnell jedoch wird das wohl nicht passieren. „Wir tun gut daran, mit den ganzen Dingen souverän und entspannt umzugehen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. Weder bestätigten noch dementierten die Bayernbosse ein Interesse am Stürmer von der Borussia. Aus Dortmund hingegen ist zu hören, dass beim BVB niemand auch nur einen Gedanken daran verschwende, Lewandowski vor Ablauf seines Vertrags im Jahr 2014 zum FC Bayern ziehen zu lassen.

Mario Gomez wird die Aussagen von Rummenigge als Rüffel verstehen und sich damit abfinden müssen, dass er die nächsten Monate immer wieder mit Fragen konfrontiert wird, ob er denn mit seiner etwas hüftsteifen Art ins vermeintlich filigrane System des kommenden Trainers Pep Guardiola passe. Dazu wollte der Stürmer, dessen Vertrag 2016 ausläuft, lieber nichts sagen. Stattdessen sprang sein aktueller Trainer für ihn in die Bresche. „Mario Gomez hat eine Torquote, an die in Europa nur Messi oder Ronaldo rankommen“, schwärmte Heynckes. Der Nationalstürmer werde deshalb in der Rückrunde „noch ganz wichtig“ werden für das Team. Die Frage bleibt, ob dies auch noch über die Saison hinaus gelten wird.

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