Sport : Gott ist rund

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Helmut Schümann sagt, warum Diego Maradona immer angebetet werden wird

Lacht er? Strahlt er? Er leuchtet! Ist es nicht egal, dass die Frisur aussieht, als sei sie von Costa Cordalis onduliert? Wen bekümmert die Figur, die Fußball mit Buddha versöhnt? Er ist da, daheim in Buenos Aires, bei seinen Boca Juniors auf der Tribüne. Er leuchtet – und die Menschen, die mit ihm im Stadion sind, die sind glücklich, jubeln ihm zu, lachen ihn an, danken ihm. Denkt irgendjemand daran, dass er durchgeknallt ist vom vielen Koks in seiner Nase? Dass er mit seinen Freunden Che (Guevara) – den hat er sich auf den Oberarm tätowiert – und Fidel (Castro) – dem erklärt er die Welt, seine Welt – ein unirdisches Leben lebt?

Nein! Sie denken an die Leichtigkeit des Seins, an die Fröhlichkeit des Lebens, die Heiterkeit der Unvernunft, an Spiel, an Spaß. Das alles hat er aufleuchten lassen, damals, als er für Argentinien spielte und für den SSC Neapel, für den FC Barcelona und für die Welt, als er noch rank war, die Nase sauber und die Haare noch nicht aufgerollt waren. Und wem das Sein nicht leicht war und das Leben nicht fröhlich, dem wurde es dies für ein paar Augenblicke. Das bleibt. Das wird immer bleiben. Und nicht die Unform der Figur, nicht die Eskapaden, die Entrücktheiten und Verrücktheiten. Der Dank wird bleiben, der Dank für die paar Augenblicke des Glücks. Und deswegen werden sie Diego Armando Maradona, den Mann, der Fußball spielte, wie Gott ihn spielen würde, immer und überall huldigen. Hier auch.

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