Sport : Graciano Rocchigiani: Kohl will den EX-Weltmeister boxen lassen

Erst kam Graciano Rocchigiani für seine Promille-Fahrt an der Ostseeküste mit einem blauen Auge davon, jetzt bekommt der 36-Jährige auch als Box-Profi eine neue Chance. In den nächsten 90 Tagen darf der Ex-Weltmeister wieder in den Ring klettern und mit dem zwei Jahre älteren Italiener Yawe Davis um den vakanten Titel eines Europameisters im Halbschwergewicht kämpfen. Die Europäische Box-Union (EBU) hat den Kampf offiziell ausgeschrieben. Der Hamburger Promoter Klaus-Peter Kohl, einst Gegner von Rocchigiani, sicherte sich die Rechte. "Nun müssen wir erst mit Graciano sprechen und sehen, ob er boxen will", sagte Kohls Stellvertreter Peter Hanraths, fügte aber an: "Ich weiß wirklich nicht, ob er ein Comeback plant."

Mit über 20 000 Mark Geldstrafe und einem Jahr Führerscheinentzug wurde Rocchigiani für seine Zechtour im August bestraft. Der Boxer hatte im August in Ostholstein für mehrere Stunden die Polizei in Atem gehalten. Zunächst war der vorbestrafte Faustkämpfer in einer Discothek im Badeort Timmendorfer Strand in eine Schlägerei verwickelt. Danach fuhr er sein Auto mit 1,8 Promille in den Graben. Rocchigiani, der nach diversen Eskapaden noch Bewährungsauflagen zu erfüllen hat, drohte sogar eine Gefängnisstrafe. "Mit der Geldstrafe kann er zufrieden sein", sagte sein Anwalt Dirk Hein, nachdem das Verfahren von der Lübecker Staatsanwaltschaft gegen die Zahlung der Geldstrafe eingestellt wurde.

Rocchigiani, der nun in der Nähe von Lübeck lebt, stand im Frühjahr letztmals im Ring. In Hannover warf er in einem WM-Kampf gegen den WBO-Weltmeister Dariusz Michalczewski in der neunten Runde das Handtuch. Mittlerweile hat er in Lübeck das Box-Gym "World of Punch" eröffnet.

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