Sport : Grand Prix von Brasilien: Kenny Roberts Junior in den Spuren des Herrn Papa

Bei der Thronbesteigung von "King Kenny II" blieb seinem einstigen Lehrmeister Ralf Waldmann nur die Statistenrolle. Während sich sein früherer Teamkollege Kenny Roberts Jr.in Rio de Janeiro vorzeitig den Weltmeistertitel in der Königsklasse bis 500 ccm beim Grand Prix von Brasilien sicherte, musste der Ennepetaler in der Viertelliter-Klasse als Sechster wieder mit einem Platz jenseits des Podestes zufrieden sein.

Die Show am Fuße des Zuckerhutes lieferte Kenny Roberts. 20 Jahre nach dem letzte WM-Triumph seines Vaters Kenny Roberts Sen. schrieb der 27-Jährige Geschichte. Noch niemals zuvor war es einem Sohn gelungen, in der gleichen Klasse wie sein Vater den Titel zu erkämpfen. Dass der "kleine Kenny", wie ihn Waldmann immer bezeichnet, dieses Kunststück bereits zwei Rennen vor Saisonende schaffte, machte die Klasse des Suzuki-Piloten aus. "Es war eine Fahrt mit dem Rechenschieber. Ich habe vom Titel geträumt, seit ich denken kann", meinte der sechste 500-ccm- Weltmeister aus den USA, nachdem er mit Rang sechs genau den Platz holte, der zum vorzeitigen Triumph reichte. Der Angriff von Rio-Sieger Valentino Rossi (Italien/Honda) kam zu spät.

"Ich freue mich für Kenny, dass er es geschafft hat. Er hat gezeigt, dass er selbst ein Großer des Rennsportes ist und nicht nur in der WM fährt, weil er der Sohn des dreimaligen Weltmeisters ist", sagte Vater Kenny gerührt. In seinem Modenas-Rennstall hatte Ralf Waldmann vor zwei Jahren dem Youngster auf die Sprünge geholfen. Der neue Champion betont, dass er an der Seite des Deutschen viel gelernt hatte. Um so enttäuschender muss es für Waldmann sein, nun als Statist da zu stehen. Auch in Rio kam er nicht zum Zuge, musste sich auf der Zielgeraden sogar noch den fünften Platz von seinem Dauerrivalen Anthony West (Australien) streitig machen lassen. Nachdem Aprilia nicht weiter mit dem 34-Jährigen zusammen arbeiten will, und auch andere Engagements platzten, hofft der 21fache Grand-Prix-Sieger nun auf den Belgiers Olivier Liegeois, der im kommenden Jahr eine NSR-Werks-Honda an den Start bringen will und sich den Deutschen verpflichten will.

Mit dem Ausgang der WM haben Waldmann und sein Aprilia-Teamkollege Klaus Nöhles (Nettetal) als 18. von Rio ohnehin nichts zu tun. Da der Franzose Olivier Jacque (Yamaha) stürzte und Daijiro Katoh (Japan/Honda) gewann, ist vor den beiden letzten Läufen in Motegi (Japan) und Phillip Island (Australien) alles wieder offen.

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