Sport : Grauer Alltag auf grünem Gras

Irgendwie war es wie früher. Beim FC Hansa Rostock erinnerte am Samstag alles an jene Zeit, in der Friedhelm Funkel noch auf der Trainerbank saß. Da stocherte die Mannschaft unansehnlich mit dem Ball herum, schoss - wenn alles gut ging - ein glückliches Tor, leistete sich grobe Abwehrfehler, kassierte den Gegentreffer und konnte sich schließlich beim Torwart bedanken, dass das Spiel nicht verloren ging.

Inzwischen hat Hansa einen anderen Trainer, Armin Veh. Er hat ein modernes Spielsystem eingeführt und den Spaßfaktor erhöht. Und er hat durchgesetzt, dass sich der Verein für 100 000 Euro kurzfristig einen neuen Rasen leistet. Als grüne Grundlage den ansprechenden Angriffsfußball à la Veh. Doch beim 1:1 (1:0) gegen den VfB Stuttgart enttäuschten die Rostocker ihre 12 000 frierenden Fans. Nun dauert der Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag. Wieder einmal.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Dabei hatte alles so gut begonnen. Rene Rydlewicz, seit Wochen in guter Form, verwandelte nach einer halben Stunde einen Foulelfmeter. Stuttgarts Innenverteidiger Meira hatte Rostocks Antonio Di Salvo von den Beinen geholt. Danach wurde es turbulent. Mit Nachteilen für die Gäste. Zuerst scheiterte VfB-Star Krassimir Balakow mit einem Foulelfmeter an Hansas Torhüter Perry Bräutigam, danach sah Stuttgarts Silvio Meißner nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot. Doch in Unterzahl gelang den Schwaben durch einen Kopfball von Meira der hochverdiente Ausgleich. Und Armin Veh musste sich am Ende sogar über einen Punkt freuen. "Stuttgart hat eine sehr spielstarke Mannschaft", gab Veh zu bedenken, "die Stuttgarter waren auch mit einem Mann weniger sehr gefährlich." Tja, so schnell sind die Ansprüche in Rostock gesunken. Grauer Alltag auf grünem Rasen.

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