Sport : Gretzky darf in den Play-offs spielen

Claus Vetter

Auch zum Start der sechsten Saison ist in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) mal wieder Umdenken angesagt. In diesem Jahr halten sich die Veränderungen allerdings vergleichsweise im Rahmen. Was den Spielablauf angeht, gibt es nur eine Änderung: Steht es nach 60 Minuten unentschieden, dann geht es nun sofort ans Penaltyschießen. Die fünfminütige Verlängerung wurde für die Vorrunde abgeschafft. In den Play-offs aber wird es bei Gleichstand nach regulärer Spielzeit wie gehabt eine zwanzigminütige Verlängerung geben. Erst dann geht es zum Penaltyschießen.

Am Spielplan hat man sich diesmal - zumindest was die Hauptrunde betrifft - nicht vergriffen. Zur Qualifikation für die Play-offs spielen alle Teams in einer Doppelrunde, also viermal gegeneinander. Der Umstand, dass nach dem Einzug der Moskitos Essen 15 Teams in der Liga sind, zwang zur Ausdehnung des Spielplanes von 52 auf 60 Spieltage. Ab dem 14. März spielen die ersten acht Teams in den Play-offs den Meister aus. Für die anderen Sieben geht es weiter. Unter Mitnahme der Punkte wird in einer Einfachrunde (Hin- und Rückspiel) der Tabellenletzte ausgespielt. Und dieser Letzte steigt ab und wird durch den Meister der 2. Liga ersetzt.

Die Vereinsverantwortlichen mussten bei der Zusammenstellung ihrer Kader umdenken. Statt 26 Spieler dürfen in dieser Saison nur noch 23 lizenziert werden, fünf davon müssen deutsche Staatsbürger sein. Ferner muss jeder Klub noch drei junge deutsche Akteure mit einer "Förderlizenz" im Aufgebot haben. Diese können nicht nur im Profiteam, sondern auch noch in der Junioren-Mannschaft oder in der zweiten Mannschaft eingesetzt werden. Bei den Eisbären, die mit den "Juniors" ein Team in der drittklassigen Oberliga stellen, verfügen sogar 14 Spieler über eine Förderlizenz. Mit diesen Vorgaben verspricht sich die DEL langfristig eine Stärkung der Nationalmannschaft. In den nächsten Jahren soll das Kontingent der deutschen Spieler weiter erhöht werden.

Zudem erhofft sich die DEL mit der Einführung einer Gehaltsobergrenze für das Spielerpersonal eines Vereins eine wirtschaftliche Gesundung der gesamten Liga. So dürfen in dieser Saison nur noch maximal 6,5 Millionen Mark pro Klub für die Spielergehälter ausgegeben werden. In der folgenden Spielzeit soll der "Salary-Cap" sogar noch einmal um 10 Prozent gesenkt werden. Die Frage, was Vereine mit etwaigem finanziellen Überschuss machen sollen, ist noch nicht beantwortet. Die Play-offs sind übrigens von der Gehaltsbeschränkung ausgenommen. Sollte ein DEL-Klub im kommenden Frühjahr also zu viel Geld übrig haben, dann darf er versuchen, den unlängst zurückgetretetenen Wayne Gretzky zu einem Comeback zu überreden.

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