Sport : Griechen legen der Fifa neues Gesetz vor

Gerd Höhler

Athen - Die griechische Regierung steckt im Streit mit dem Fußball-Weltverband Fifa zurück. Ministerpräsident Kostas Karamanlis habe seinen für den Sport zuständigen Vizeminister Jorgos Orfanos angewiesen, den Streit mit der Fifa „sofort beizulegen“, berichteten griechische Medien am Donnerstag. Der Weltverband hatte den Griechischen Fußballverband (HFF) am Montag von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Damit ahndete die Fifa die nach ihren Statuten unzulässige Einmischung der Regierung in die Angelegenheiten des griechischen Verbandes. Hintergrund des Konflikts ist eine seit Jahren schwelende persönliche Fehde zwischen Sportminister Orfanos und dem griechischen Verbandspräsidenten Vassilis Gagatsis.

Nachdem griechische Regierungspolitiker zunächst den Konflikt mit der Fifa noch anheizten – der konservative Abgeordnete Dimitris Konstantaras bezeichnete in einem Rundfunkinterview den Fußball-Weltverband sogar als Mafia –, hat man in der Umgebung von Premier Karamanlis inzwischen die Brisanz des Streits erkannt. Der drohende Ausschluss der Nationalmannschaft von den Qualifikationsspielen zur EM 2008 hat bereits Millionen Fans gegen die Regierung aufgebracht. Überdies drohen den griechischen Spitzenklubs unabsehbare finanzielle Verluste. Mehrere Vereine kündigten rechtliche Schritte gegen die verantwortlichen Politiker an. Auch Nationaltrainer Otto Rehhagel, der mit seiner Mannschaft 2004 den EM-Titel gewann, schaltete sich ein. Er äußerte die Überzeugung, dass die Nationalmannschaft letztlich doch an der Qualifikation, die Anfang September beginnt, teilnehmen werde. „Die Politik darf uns nicht zerstören“, sagte Rehhagel. „Ich bin sicher, dass Sportminister Orfanos nachgeben wird.“

Unter dem wachsenden Druck der Öffentlichkeit und auf Anweisung des Regierungschefs musste Orfanos jetzt sein umstrittenes Sportgesetz in mehreren Punkten abändern. Der neue Gesetzentwurf soll am Dienstag kommender Woche vom Parlament verabschiedet und sofort danach der Fifa vorgelegt werden. Am Mittwoch will dann die Fifa entscheiden, ob der Bann gegen den griechischen Verband aufgehoben wird.

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