Sport : GRIECHENLAND – RUSSLAND

Gruppe A, Nationalstadion Warschau, 20.45 Uhr, live bei ZDF Info.

Es muss nun schon ein Wunder her, aber damit kennen sich die Griechen ja seit ihrem EM-Titelgewinn 2004 sehr gut aus. Mit wunderbarem Fußball haben sie es bekanntermaßen weniger. So gesehen sind die Chancen vor dem heutigen Spiel gegen die zaubernden Russen eher gering. Vielleicht zaudern sie aber einmal, die Arschawins, denn rechnerisch ist das Viertelfinale noch drin für die Griechen – bei einem Sieg natürlich nur. An den müssen sie glauben, mehr als beim 1:2 gegen die Tschechen. „Nach dem schlechten Start haben wir am Ende mit Herz, aber immer noch ohne Verstand gespielt“, sagt Fernando Santos. Der griechische Trainer gibt zu, dass die Chance auf die nächste Runde gering ist. Aber, sagt der gebürtige Aschaffenburger Santos: „Ich will die Griechen wissen lassen, dass wir für den Erfolg bluten werden. Wir werden einhundert Prozent für Griechenland geben. Die Fans sollten Vertrauen in uns haben. Wir wollen ihnen Glücksmomente bescheren.“ Um zu den Glücksmomenten zu kommen, sollte die Mannschaft gegen die Russen so traurige Momente wie in der Anfangsphase gegen Tschechien vermeiden, denn da stand es ganz schnell 0:2. Einen schlechten Start will sich die Mannschaft dann auch nicht noch einmal leisten. „Jeder von uns muss von Beginn an hellwach sein“, fordert Verteidiger José Holebas. Immerhin sieht es mit der Aufstellung wieder ganz passabel aus für die Griechen. Der zuvor gesperrte Bremer Sokratis kehrt in die Abwehr zurück. Im Tor dürfte Michalis Sifakis den angeschlagenen Konstantinos Chalkias vertreten. Es ist wahrscheinlich, dass Theofanis Gekas nach seinem Treffer gegen Tschechien zurück in die Startelf rückt.

Für die Russen ist die Angelegenheit schon ein wenig anders. Ein Unentschieden würde reichen, aber rechnen will die Mannschaft von Trainer Dick Advocaat nicht. „Wir wollen gewinnen, um in Warschau zu bleiben. Jedes andere Ergebnis wäre inakzeptabel“, sagt Mittelfeldspieler Roman Schirokow. Als Gruppensieger würden die Russen im Viertelfinale in Warschau gegen den Zweiten der Gruppe der Deutschen spielen. Und da fühlen sich die Russen nun schon heimisch, sagt ihr Angreifer Roman Pawljutschenko. Warschau sei „in den letzten zehn Tagen fast zur Heimat geworden ist“. Um den gefühlten Heimvorteil zu erreichen, erscheint aber mehr russischer Einfallsreichtum als gegen die Polen ratsam. Pawljutschenko lobt den Gegner trotzdem schon mal stärker, als er wohl ist. Die Griechen seien ein „kampfstarkes, trickreiches Team, kein einfacher Gegner“, sagt er. Da müsse sich seine Mannschaft steigern, gemessen an dem Spiel gegen Polen. Der mäßige Auftritt in der zweiten Halbzeit beim 1:1 gegen den EM-Gastgeber ärgerte auch Trainer Advocaat. „Wir müssen unser Abwehrspiel verbessern“, sagt der Holländer. Personelle Probleme hat Advocaat vor dem Showdown in der Gruppe A so gut wie nicht. Nur Stürmer Alexander Kokorin muss passen. Der 21 Jahre alte Mittelfeldakteur hat sich eine Verletzung am Oberschenkel zugezogen und kann bei der EM nicht mehr eingesetzt werden. Kokorin war bisher allerdings ohnehin nur Ersatz.

Schiedsrichter: Jonas Eriksson (Schweden)

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