Sport : Griff an den Hals

Bayern: Arjen Robben attackiert Thomas Müller

Da tut’s weh. Thomas Müller dokumentiert seinen Streit mit Arjen Robben. Foto: dpa
Da tut’s weh. Thomas Müller dokumentiert seinen Streit mit Arjen Robben. Foto: dpaFoto: dapd

Berlin -  Bei Bayern München streiten sie sich inzwischen offenbar in jeder Abteilung. Dass sich Trainer Louis van Gaal mit Klubchef Uli Hoeneß anlegt, gehört in dieser Saison ja längst zur Klubfolklore, in der vorigen Woche folgte auch noch sein Disput mit Sportdirektor Christian Nerlinger und anderen Granden des Vereins wie Mehmet Scholl und Oliver Kahn. Dass der interne Zwist bei den Bayern allerdings auch auf das Spielfeld überspringt – das ist neu.

Beim Sieg der Bayern im Weserstadion über Werdern Bremen (3:1) debattierte Arjen Robben schon in der Halbzeitpause heftig mit Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, später konzentrierte er sich dann auf Thomas Müller. Nach dem Abpfiff wurde Robben sogar handgreiflich, indem er seinem Teamkollegen Thomas Müller an den Hals griff.

„Ich hasse das, wenn Leute so die Hände hochreißen“, sagte Robben, „das ist nicht respektvoll zum Kollegen, das müssen wir nicht mehr machen.“ Thomas Müller hatte offenbar Robbens eigensinnige Spielweise auf dem Platz und einen schlecht geschossenen Freistoß mit einer abwertenden Handbewegung kommentiert. Robben hatte sich deswegen schon auf dem Feld über Müller geärgert. Nach dem Abpfiff, als die Kollegen feierten, stürmte er auf Müller los, und ging ihm an den Kragen. Müller hielt sich mit aufgerissenem Mund den Hals, Anatoli Timoschtschuk musste schlichten.

„Das Reden auf dem Platz ist immer gut, aber man sollte nicht mit den Händen reden“, kritisierte Robben. Er selbst hatte allerdings auch den Zeigefinger auf den Mund gelegt und Müller so unzweideutig zum Schweigen aufgefordert, ehe der Disput nach Spielschluss schließlich eskalierte.

Bayerns Trainer Louis van Gaal versuchte die Szene später herunterzuspielen. „In Holland ist es üblich, dass wir streiten und sagen, was wir zu sagen haben“, sagte er. „Das ist eine andere Kultur als in Deutschland.“ Und wenn sich einer auf diesem Gebiet auskennt, dann ja wohl dieser Trainer des FC Bayern.Tsp/dpa

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