Sport : Grönefeld trifft heute auf Scharapowa

Stefan Hermanns

Berlin - Das erste Aufeinandertreffen endete unentschieden. Am Rande der Anlage des LTTC Rot-Weiß, auf dem Weg vom Trainingsplatz, lief Maria Scharapowa in Griffweite an Anna-Lena Grönefeld vorbei. Die Russin ignorierte die Deutsche. Grönefeld ignorierte zurück. So einfach wird es heute wohl nicht werden. In der zweiten Runde der German Open, in der etwas überraschend auch die Stuttgarterin Julia Schruff steht, trifft Grönefeld, die Nummer 49 der Welt, auf Scharapowa. „Sie hat eine Chance“, sagt Rafael Font de Mora, der Grönefeld seit zwei Jahren in Phoenix (USA) trainiert.

Das ist eine optimistische Prognose: Scharapowa ist zwar fast zwei Jahre jünger als die Deutsche. Doch im letzten Sommer hat sie Wimbledon gewonnen, und wenn ihr auch in Berlin der Turniersieg gelingt, wird sie am Montag die neue Nummer eins der Welt sein. Grönefeld hingegen hat gerade ihr erstes Match bei den German Open gewonnen. Doch das reicht bereits, um zur neuen deutschen Tennis- Hoffnung erhoben zu werden. Bei Grönefeld aber ist es anders als bei den vielen anderen Kurzzeithoffnungen seit Steffi Graf. Barbara Rittner, die Chefin des deutschen Fed-Cup-Teams, hat über sie gesagt: „Sie will einfach mehr als der Rest, sie ist heißer auf den Sieg und einen Platz in der Weltspitze.“ Seit Ende 2003 hat sich Grönefeld von Platz 120 auf Position 45 hoch gearbeitet, und ihr 6:1, 6:2-Sieg gegen Jewgenia Linetskaja am Montagabend war das beeindruckendste Match einer Deutschen bei den German Open in den letzten fünf Jahren.

Grönefelds Karriere ist bisher linear verlaufen, immer langsam nach oben. Das Spiel gegen Scharapowa könnte nun die nächste Entwicklungsstufe einleiten. „Das ist eine sehr gute Chance, mich zu beweisen“, sagt die 19-Jährige. Ihr Trainer denkt sogar an mehr. „Die ersten vier, sechs Spiele werden entscheiden“, sagt Font de Mora. Wenn es da 2:2, 3:3 stehe, könnte Grönefeld davon profitieren, dass Scharapowa in dieser Saison noch kein Match auf Sand bestritten hat. Der Belag jedenfalls liegt der Russin weit weniger als Grönefeld.

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