Sport : Grönland greift an

Kleine Länder planen einen alternativen Fußballverband

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Der FußballWeltverband Fifa erlebt derzeit keine besinnlichen Wintertage. Zuerst drohten 18 europäische Fußballvereine schriftlich an, die Statuten des Verbandes teilweise nicht mehr anzuerkennen. Grund: Sie wollen mehr Geld für die Abstellung ihrer Nationalspieler. Und jetzt bekommt die Fifa auch noch Konkurrenz. 76 Regionen, denen die Fifa-Mitgliedschaft wegen eines fehlenden Länderstatus verwehrt wird, wollen sich zusammenschließen. Sie planen sogar eine eigene Weltmeisterschaft. Eigentlich ist die Fifa für WM-Turniere verantwortlich.

Bislang hat die Fifa 204 Mitgliedsländer. Das sind mehr als die Uno. Einigen reicht das jedoch nicht. „Die Fifa will nur noch Staaten aufnehmen, die von der Uno anerkannt sind. Aber weshalb dann Andorra und nicht Monaco?“, fragt Jean-Luc Kit. „Wieso Hongkong und nicht Gibraltar, wo einer der ältesten Fußball-Verbände besteht?“ Kit arbeitet deshalb am Aufbau eines Konkurrenzverbandes. Seine Organisation „NF Board“ hat bereits ein Büro in Brüssel bezogen. Das Ganze ist eine Idee des bekannten Sportanwalts Luc Misson, der einst den belgischen Profi Jean-Marc Bosman vertrat und gegen den Widerstand von Verbänden und Vereinen die freie Arbeitsplatzwahl für Fußballspielern in Europa durchsetzte.

„Wir möchten all denen helfen, die die Fifa vergessen hat“, sagte Jean-Luc Kit, der dem „NF Board“ als Vizepräsident vorsteht, am Freitag der französischen Sportzeitung „L’Equipe“. Kit wurde konkret: „Wir wollen das Vorzimmer sein, damit sie eines Tages der Fifa-Familie beitreten dürfen.“ Interessenten müssten sich bis zum 15. Januar in den kleinen neuen Verband einschreiben. Kandidaten sind etwa die Falkland-Inseln, Grönland, Guadeloupe, Korsika und der Vatikan.

Das Büro plant nun eine alternative Weltmeisterschaft. Bei der Finanzierung eines solchen Turniers sieht der neue Fußballverband keine Probleme. „Wir haben da ein paar Steuerparadiese unter den Kandidaten“, sagt Kit. „Das wird gewiss einige Fernsehstationen interessieren.“ Die Fifa vielleicht auch. Der Weltverband hat sich allerdings zu dem neuen Angriff auf seine Autorität bislang nicht geäußert. Tsp

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