Große Gefühle : Füchse-Handballer bezwingen N-Lübbecke 32:27

Mit dem vierten Sieg in Serie haben die Füchse ihr Ziel vorzeitig erreicht: Bereits sieben Spiele vor dem Ende der Handball-Bundesligasaison knackten die Füchse die 30-Punkte-Marke aus der Vorsaison.

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Hoch hinaus. Markus Richwien hat mit den Füchsen das Saisonziel erreicht. -Foto: Engler

Die Füchse feierten, als hätten sie gerade einen Europapokal gewonnen. Die Spieler fassten sich an die Schultern und hüpften gemeinsam im Kreis, die 7.862 Zuschauer in der Schmeling–Halle erhoben sich von ihren Plätzen und sangen: „Oh, wie ist das schön...“

Dabei hatten die Berliner gerade einen etwas zähen 32:27-(13:14)–Sieg gegen den Aufsteiger TuS N-Lübbecke gefeiert. Doch mit dem vierten Sieg in Serie war das Saisonziel erreicht: Bereits sieben Spiele vor dem Ende der Handball-Bundesligasaison knackten die Füchse die 30-Punkte-Marke aus der Vorsaison. Jeder Zähler ab jetzt wäre ein neuer Bundesligarekord für die Berliner.

„Wir sind zufrieden, diese Punktzahl schon im April erreicht zu haben“, sagte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson nach der Partie. „Jetzt wollen wir Punkt um Punkt holen, um die Mannschaften vor uns anzugreifen, damit es am 5. Juni in Gummersbach noch um etwas geht.“ Um sicher in den EHF-Cup einzuziehen, müssten die Füchse allerdings noch Lemgo, Großwallstadt und Gummersbach in der Tabelle überholen.

Die erste Halbzeit verschliefen die Füchse

Dazu wäre eine deutliche Leistungssteigerung nötig: Die erste Halbzeit verschliefen die Füchse, die ohne die angeschlagenen Leistungsträger Stian Vatne und Konrad Wilczynski antraten. Zur Pause stand es13:14 und der Tabellenelfte aus Lübbecke war seinem ersten Auswärtssieg nahe. „Uns hat die Disziplin gefehlt, jeder wollte alleine aufs Tor gehen“, kritisierte Sigurdsson.

Erst in der zweiten Halbzeit starteten die Berliner eine Aufholjagd, zogen auf 19:15 davon und hielten den Abstand bis zum Ende, bevor sie in der Schlussphase noch auf 32:27 erhöhten. Dabei profitierten sie jedoch erst von zahlreichen Fehlwürfen der Gegner (Gäste-Trainer Patrik Liljestrand: „Das waren Scheiß-Acht-Minuten zu Beginn der zweiten Halbzeit.“) und dann vor allem von der Treffsicherheit von Ivan Nincevic. Mit zehn Toren traf der im Winter verpflichtete Kroate erstmals zweistellig, verwandelte seine fünf Siebenmeter alle sicher und wurde von den Zuschauern mit „Ivan, Ivan“- Sprechchören gefeiert. Dennoch bleiben Sigurdsson und Geschäftsführer Bob Hanning hart und wollen dem Linksaußen keinen Vertrag für die nächste Saison anbieten. „Seine Position haben wir mit Wilczynski und Martin Murawski besetzt“, machte der Füchse-Trainer klar.

Nachsichtiger zeigte sich Sigurdsson hingegen mit seinem Torwart Silvio Heinevetter. Nach der aufsehenerregenden Rudelbildung gegen Wetzlar war der Füchse-Torwart wieder mitten im Gemenge, nachdem er Gegenspieler Tomasz Tluczynski umgerannt und eine Zeitstrafe kassiert hatte. „Sportler gehen an Grenzen“, relativierte Sigurdsson, „Emotionen gehören dazu.“ Heinevetters Konkurrent im Tor, Petr Stochl, sagte hingegen: „Da waren zu viele Emotionen im Spiel, wir müssen aufpassen, keine Strafen zu kassieren.“ Es sei denn, ein Saisonziel wird erreicht: Da können ruhig große Gefühle aufkommen.

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