Sport : Große Traber und großes Geld In Karlshorst findet ein besonderer Renntag statt

Heiko Lingk

Berlin - Das Geld im Trabrennsport ist knapp geworden. Seit Jahren kämpfen die Veranstalter mit sinkenden Umsätzen, weil die Rennpreise über Wettgewinne finanziert werden müssen. Und die sind rückläufig. So sehr, dass die Gestüte immer weniger Traber züchten. Während sich früher mindestens zehn Sulkygespanne hinter den Startwagen drängelten, sind es heute nur noch sieben oder acht.

In Karlshorst ist das nicht anders. Noch Mitte der Neunzigerjahre war das Preisgeld dort üppig, nun kämpfen die Fahrer pro Rennen in der Regel gerade mal um 500 Euro Siegprämie. Um so erstaunlicher ist, dass diese Negativtendenz heute (erster Start 14 Uhr) durchbrochen wird. Mit dem Rennen der Fünf- und Sechsjährigen wird zum zweiten Mal seit 1997 ein Rennen der Gruppe II in der Wuhlheide entschieden. Es geht für 21 Gespanne um insgesamt 40 000 Euro. Es treten Fahrer an, die sonst kaum in Karlshorst starten würden. Wie etwa Thomas Panschow, der im Rahmenprogramm mit einem außergewöhnlichen Traber startet: Mit dem von Alwin Schockemöhle gezüchteten sechsjährigen Hengst Pablo As, der schon 588 951 Euro an Preisgeld verdient hat.

Dass Pablo As in Karlshorst läuft, erfreut Dimitrios Vergos, Geschäftsführer des Pferdesportparks, natürlich. Er sieht sich nun in der Entscheidung, den hoch dotierten Renntag auszutragen, bestätigt: „Mit der Veranstaltung möchten wir ein Zeichen für Karlshorst setzen.“ Um die ausgeschütteten Prämien zu erwirtschaften, muss der Rennverein rund 135 000 Euro Wettumsatz erzielen – eine schwere Hypothek. Schließlich gibt es Morgen fast zeitgleich mit dem Rennen ja auch noch das Fußballspiel Deutschland gegen Brasilien. „Realistisch gesehen bin ich mit 100 000 Euro Wettumsatz zufrieden“, sagt Vergos. „Angst habe ich weniger vor dem Fußballmatch, das zeigen wir auf der Großleinwand. Sorge machen mir die angekündigten Gewitter.“

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