Sport : Große Weiten stärken das Selbstvertrauen

Martin Schmitts erster Arbeitstag des Olympiawinters endete am Freitag erst gegen Mitternacht. Mit stoischer Ruhe und sichtlich zufrieden über das Ergebnis nach dem Weltcup-Auftakt ließ der 23 Jahre alte Skisprung-Überflieger vom SC Furtwangen an der Schanze in Kuopio die Zuschaltungen von der ARD-Sportgala "Victoria" über sich ergehen. Der zweiten Platz in der Ted-Umfrage nach den beliebtesten deutschen Sportlern dieses Jahres war für Schmitt Zugabe. "Als Zweiter noch vor Michael Schumacher eingekommen zu sein, ehrt mich", sagte er zum Ergebnis der Umfrage. Schmitt hatte zuvor auf dem 120-m-Bakken nur dem polnischen Weltcupsieger Adam Malysz den Vortritt lassen müssen.

"Für mich war am wichtigsten, dass ich heute insgesamt anderthalb Meter weiter gesprungen bin als Adam Malysz. Das stärkt das Selbstvertrauen und zeigt, dass ich richtig trainiert habe. Im letzten Winter war es ja häufig so, dass Adam eben diese ein bis zwei Meter Vorsprung hatte", analysierte der Schwarzwälder den Auftaktwettkampf. Auch beim viermaligen Weltmeister war vor dem ersten Springen eine gewissen Unsicherheit deutlich zu spüren. "Man weiß nie genau, wo die anderen stehen, denn Training und Wettkampf sind zwei Paar Schuhe. Im Bauch kribbelte es schon mehr als üblich", bekannte er.

Die deutschen Trainer saßen in Kuopio derweil beim ersten Bierchen. "Sicher wäre es kein falsches Ergebnis gewesen, wenn Martin Erster geworden wäre. Die acht Zehntel Rückstand sind eine Ermessensfrage. Ich habe mir seine Sprünge und die von Adam noch ein Mal im Video angeschaut und im Gegensatz zu den Sprungrichtern kaum Unterschiede gesehen", ärgerte sich Bundestrainer Reinhard Heß ein wenig. "Wer dem Adam eine 19,5 gibt, hätte Martin auch mindestens eine 19 schreiben können. Das soll aber keine Wertungsrichter-Schelte sein. Im Verlauf der Saison gleicht sich das meist wieder aus. Doch der Sieg ist weg."

Die Erwartungen von Heß übertroffen hat neben Schmitt und Skiflug-Weltmeister Sven Hannawald auf dem fünften Platz vor allem der erst 18-jährige Oberhofer Team-Neuling Stefan Hocke als Siebenter. Damit schaffte jener beim ersten Weltcup auf Anhieb die deutsche Olympia-Norm.

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