Sport : Großer Druck vor kleiner Kulisse

Deutsche Basketballfrauen spielen heute in Berlin

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Berlin - Am vergangenen Freitag kam die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Frauen zu einem doppelten Genuss. Weil das Team in Halle/Westfalen direkt vor dem Testspiel der deutschen Männer antrat, konnten sich die Frauen über die ungewöhnlich große Kulisse von 3500 Zuschauern freuen. Nach dem EM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei war die Stimmung noch besser: Durch den 63:58-Sieg nach Verlängerung sind die Chancen des deutschen Teams gut, sich für die Europameisterschaft im kommenden Jahr in Polen zu qualifizieren. „Das Spiel vor so vielen Zuschauern war ein großes Erlebnis für meine Spielerinnen. Der Druck hat uns sehr motiviert“, sagt Bundestrainer Imre Szittya. Wenn seine Mannschaft heute um 20 Uhr in Berlin auf den Gruppenletzten Ukraine trifft, werden sich wohl deutlich weniger Zuschauer in der Sporthalle Charlottenburg einfinden. Kein Problem für Szittya: „Alle meine Spielerinnen wissen, worum es geht.“

Mit zwei Siegen aus drei Spielen liegen die deutschen Basketballerinnen in der Gruppe D auf dem dritten Rang. Zwei weitere Erfolge aus den noch ausstehenden drei Spielen sollten reichen, um sich als Gruppenzweiter erstmals seit 2007 wieder für eine Europameisterschaft zu qualifizieren. Da die Deutschen noch auswärts in der Slowakei und in Großbritannien antreten müssen, ist heute ein Heimsieg besonders wichtig. Sollte die EM verpasst werden, wäre das ein Rückschlag für den deutschen Frauenbasketball. „Wir wollen uns nicht wieder für zwei Jahre aus der Weltspitze verabschieden,“ sagt Imre Szittya. „Das ist besonders für die Entwicklung unser jungen Spielerinnen ganz wichtig.“ Bisher orientiert sich die Mannschaft in der Qualifikation sehr stark an Linda Fröhlich, die nach zweijähriger Pause in diesem Sommer ins Nationalteam zurückgekehrt ist. „Sie gibt uns mit ihrer Erfahrung und Treffsicherheit viel Stabilität“, sagt Szittya. Gegen die Slowakei überragte Fröhlich, die mehrere Jahre in der amerikanischen Profiliga WNBA spielte, mit 19 Punkten und 18 Rebounds. Lars Spannagel

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