Großer Preis von Brasilien : Massa klaut Hamilton die Pole

Lokalmatador Felipe Massa hat Spitzenreiter Lewis Hamilton die optimale Startposition für das Finale furioso in der Formel 1 weggeschnappt. Doch der Brite steht am Start vor seinen Widersachern Alonso und Räikkönen.

Jens Marx

Sao PauloDer britische McLaren-Mercedes-Mann Hamilton konnte am Samstag in der Qualifikation zum Großen Preis von Brasilien seine WM-Gegner Fernando Alonso im zweiten Silberpfeil und Kimi Räikkönen im Ferrari hinter sich lassen. "Ich bin sehr glücklich. Wir sind sehr zuversichtlich. Ich bin relaxt", sagte Hamilton, der zum zwölften Mal in seiner ersten Formel-1-Saison aus der ersten Reihe startet. Platz zwei im Rennen würde ihm zum historischen Titeltriumph reichen.

Der Finne Räikkönen belegte hinter Hamilton den dritten Rang. "Wir sind in einer guten Position, unser Auto ist gut", sagte Räikkönen. Neben ihm wird Titelverteidiger Alonso aus Spanien als Vierter starten. "Wir haben eine gute Ausgangsbasis fürs Rennen", kommentierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Doch Massa, der von seinen Landsleuten bei strahlend blauem Himmel frenetisch gefeiert wurde, kündigte nach seiner sechsten Pole Position in diesem Jahr an: "Es wird ein heißer Kampf zwischen allen drei." Er selbst hoffe dabei zu gewinnen.

Vor dem 17. und letzten Saisonlauf an diesem Sonntag (18.00 Uhr/RTL und Premiere) auf dem Autodromo José Carlos Pace führt Hamilton in der Gesamtwertung mit 107 Punkten. Teamkollege Alonso ist Zweiter mit vier Zählern Rückstand, Räikkönen Dritter. Er muss mindestens sieben Punkte wettmachen. Gewinnt Hamilton in Sao Paulo oder er wird Zweiter, ist er von den Konkurrenten im ersten Dreikampf-Thriller der Formel 1 seit 21 Jahren nicht mehr einzuholen. Hamilton würde gleich in seiner ersten Meisterschaft in der "Königsklasse" des Motorsports mit 22 Jahren, 9 Monaten und 14 Tagen jüngster Titelträger der 58-Jährigen Geschichte.

Heidfeld auf Rang sechs

Für die deutschen Piloten verlief die Qualifikation mit zwei von fünf Piloten unter den ersten Zehn durchwachsen. Für Glanz sorgte der WM-Fünfte Nick Heidfeld. Der BMW-Sauber-Pilot sicherte sich den sechsten Startrang. "Ich bin extrem zufrieden", sagte Heidfeld. Nico Rosberg fuhr im Williams-Toyota auf den zehnten Rang.

Tristesse bot sich dagegen wieder einmal bei Ralf Schumacher im letzten Zeittraining für Toyota. Der 32-Jährige kam nicht über den 15. Platz hinaus. Der Kerpener verpasste die Runde der besten Zehn bereits zum elften Mal bei seinen 17 Versuchen in dieser Saison. Nach seinem sensationellen vierten Rang im Rennen zuletzt in Shanghai ging es für Sebastian Vettel im Toro Rosso erst einmal nicht in dem rasanten Tempo weiter. Der 20-Jährige aus dem hessischen Heppenheim konnte sich als 13. aber beachtlicherweise noch vor seinem zwölf Jahre älteren Landsmann Schumacher platzieren.

Adrian Sutil schied bereits im ersten Abschnitt aus. Der 24- Jährige aus dem bayrischen Gräfelfing musste seinen Spyker vorzeitig nach nur drei Runden neben der Strecke abstellen und erzielte insgesamt die zweitschlechteste Zeit. Sutil muss daher voraussichtlich aus der letzten Reihe starten. (mit dpa)

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