Großer Preis von Singapur : Hamilton im ersten Training Erster vor Massa

Beim Vorspiel zur Formel-1-Nachtpremiere hat Lewis Hamilton Durchblick bewiesen. Unter Flutlicht und vor vollen Rängen beim ersten freien Training raste der hellwache Brite in Singapur zur Bestzeit.

Claas Hennig[dpa]
Lewis Hamilton
Freies Training. Lewis Hamilton hat die Nase vorn. -Foto: dpa

SingapurVor der imposanten Skyline am Hafen der asiatischen Millionen-Metropole benötigte der McLaren-Mercedes-Pilot am Freitagabend (Ortszeit) für den 5,067 Kilometer langen Stadtkurs 1:46,035 Minuten und lag damit 0,080 Sekunden vor seinem schärfsten Titelrivalen Felipe Massa im Ferrari. Dritter wurde in der Übungseinheit Weltmeister Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari vor Hamiltons Teamkollegen Heikki Kovalainen.

Vettel Elfter

Als bester Deutscher reihte sich auf dem von 1500 Scheinwerfern taghell beleuchteten "Marina Bay Street Circuit" Nico Rosberg im Williams-Toyota als Sechster ein. Nick Heidfeld kam im BMW-Sauber auf Rang acht, Monza-Sieger Sebastian Vettel belegte im Toro Rosso den elften Platz. Timo Glock wurde im Toyota 13., Adrian Sutil im Force India 17. Doch der eigentliche Star des Abends war die Strecke.

Das Lichtermeer und der illuminierte Kurs lieferte Bilder, wie es sie von der Formel 1 noch nicht zu sehen gab. Selbst Formel-1-Chef Bernie Ecclestone schien gebannt von dem Singapur-Spektakel, das er selbst intiiert hatte. Der Formel-1-Zampano genoss die einzigartige Atmosphäre während der ersten Session in der Boxengasse.

"Überholen wird extrem schwierig"

"Das war ein guter Auftakt in einem spektakulären Umfeld", meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen und prophezeite für das Rennen am Sonntag (14:00 Uhr bei RTL): "Überholen wird extrem schwierig sein. Es gibt mehr Grip, als auf einer neuen Strecke sonst zu erwarten ist. Allerdings ist die Strecke sehr eng." Sein Fahrer Heidfeld zeigte sich ebenfalls beeindruckt. "Es macht hier in Singapur sehr viel Spaß. Dies ist mehr ein Stadtkurs als Valencia und noch herausfordernder." Das Licht sei das kleinste Problem: "Nach ein paar Runden fällt es nicht mehr auf, dass es Nacht ist. Das größte Problem sind die Bodenwellen."

Vor allem in der letzten Kurve vor dem Ziel rutschten etliche Piloten mit ihren Autos unfreiwillig weg und leisteten sich vor etwa 100.000 Zuschauern einige Dreher. Red-Bull-Pilot Mark Webber schlidderte indes bei der Einfahrt zur Tribünenunterführung in die Streckenbegrenzung und musste früh seinen Wagen abstellen. Die beiden Titelkandidaten Hamilton und Massa absolvierten ihre Programme ohne große Probleme. Auch wenn die Zeiten und Platzierungen in den Trainingseinheiten nur eingeschränkte Aussagekraft haben, da die Teams die Sessions für Abstimmungen und Reifenauswahl nutzen, deutete sich schon zum Auftakt des Grand-Prix-Wochenendes die Fortsetzung des Duells an.

Hauchdünne Führung für Hamilton

Vor dem 15. von 18 Rennen trennt die beiden nur ein Punkt nachdem der Automobil-Weltverband Fia den Einspruch gegen die umstrittene Aberkennung von Hamiltons Belgien-Sieges zurückwies. Hinter Hamilton (78) und Massa (77) haben Robert Kubica im BMW-Sauber (64), Titelverteidiger Räikkönen (57), Heidfeld (53) und Kovalainen (51) mehr oder weniger eine theoretische Chance.

Schwer tun sich selbst die Fahrerkollegen mit Prognosen. "Ich denke, dass Hamilton über weite Teile der Saison und für die letzten Rennen im besseren Auto sitzt. Auf der anderen Seite hat mich Felipe positiv überrascht bei einigen Rennen dieses Jahr, wo er fehlerfrei gefahren ist", sagte Heidfeld. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali meinte: "Ich erwarte, dass die WM wieder im letzten Rennen in Brasilien entschieden wird." Vor einem Jahr triumphierte Ferrari in Sao Paulo durch Räikkönen, Hamilton ging leer aus.

0 Kommentare

Neuester Kommentar