Sport : Grundlegend trainieren

Ab heute bereitet sich Hertha BSC in Marbella auf die Rückrunde der Bundesligasaison vor

Ingo Schmidt-Tychsen[Marbella]

Es ist nicht besonders beliebt, obwohl es meist sonnig ist. Es macht fast niemandem Spaß und ist dennoch für jeden unerlässlich, zumindest im Profifußball – das Trainingslager. Die Bundesligaspieler von Hertha BSC sind gestern wie im vergangenen Jahr nach Südspanien gereist, nach Marbella. Die Temperatur beträgt momentan 18 Grad, Tendenz steigend. Ab heute geht es für die Spieler mit zwei Trainingseinheiten täglich zur Sache. Mindestens. „Wenn wir merken, dass ein Spieler Defizite hat, dann holen wir die mit einer dritten Einheit auf“, sagt Konditionstrainer Carsten Schünemann.

Für die Spieler ist es auch deshalb die schwierigste Zeit des Jahres: „Ich hasse das Trainingslager, aber ohne geht es halt auch nicht“, sagt ein junger Hertha-Profi, der nicht namentlich erwähnt werden möchte. Trainingslager sind laut Schünemann so wichtig, „weil wir im konditionellen Bereich die Grundlagen für die gesamte Saison legen“. Im Wintertrainingslager liegt ein Schwerpunkt jedoch – anders als im Sommer – auch auf dem technischen und spieltaktischen Bereich. „Die Spieler haben in Sachen Fitness über die freien Tage ja nicht so viel verloren, da müssen wir nicht bei null beginnen“, sagt Herthas Trainer Falko Götz. In Marbella sind mehrere Spiele eingeplant. Am 12. Januar geht es gegen den niederländischen Erstligisten Heracles Almelo, vier Tage später gegen Borussia Dortmund. Am 17. Januar fliegt das Team vor der Rückkehr nach Berlin höchstwahrscheinlich noch nach Izmir, um in der Türkei ein Spiel gegen Galatasaray Istanbul zu bestreiten.

Auch für die Arbeit von Herthas Mannschaftsarzt Ulrich Schleicher bringt das Trainingslager einige Vorteile: „Dadurch, dass ich die Spieler täglich um mich habe, kann ich mich deutlich intensiver um medizinische Dinge kümmern.“ Gemeint sind vor allem langwierige Verletzungen, unter denen zuletzt Yildiray Bastürk zu leiden hatte. Der Spielmacher konnte in der Hinrunde nur siebenmal in der Bundesliga eingesetzt werden. Einem Außenbandanriss im Knie folgten Wadenverletzungen in allen Variationen. Beim Trainingsauftakt der Berliner vor einer Woche verhinderte schließlich eine Muskelverhärtung Bastürks Teilnahme am Mannschaftstraining. „Jetzt will ich es ruhiger angehen lassen, nicht gleich von null auf hundert“, sagt der Türke. „Zum Beginn der Rückrunde am 27. Januar gegen Wolfsburg bin ich auf jeden Fall wieder vollkommen fit.“ Auch Kevin-Prince Boateng will das Trainigslager dazu nutzen, um seine gestern diagnostizierte Innenbanddehnung des rechten Knies auszukurieren. Wann der 19-Jährige wieder in das Mannschaftstraining einsteigt, ist ungewiss.

Gegen ein Trainingslager in der Ferne spricht die Veränderung des Wetters, die das Immunsystem der Spieler belastet. Dennoch ist Schalke 04 der einzige Bundesligaklub, der den Spielern eine Reise in den Süden erspart. Er vertraut dem milden Winter in Deutschland.

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