Sport : Guck nach in Stuttgart

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Oliver Trust über Nürnbergs Versuch, ohne richtigen Manager auszukommen

Wer will schon genau sagen, ob ein Fußballklub in der Zweiten Liga einen Manager braucht oder nicht, wenn selbst ein Bundesligaverein wie der VfB Stuttgart ohne den vielleicht bis in die Champions League stürmt? Beim kränkelnden 1. FC Nürnberg bereiten sie sich auf alle Fälle auf die Zweite Liga vor und auf die Zeit ohne „richtigen“ Manager. Sicher ein richtiger Schritt. Zudem fehlt das Geld für einen hochbezahlten Mann. Der mächtige Präsident Roth will nun die Arbeitsabläufe entzerren. Das hört sich zunächst einmal ganz vernünftig an.

Wenn Roth allerdings wieder derjenige sein will, der allein entscheidet, dann kehren schnell all jene schlechten Erinnerungen zurück, die so vielen Trainern in Nürnberg das Leben schwer machten. Man kann es jetzt so sehen: Wolfgang Wolf, zuerst Trainer und vorerst auch Teilzeitmanager, hat eine Chance. Er muss im fränkischen Chaos den Präsidenten nur davon überzeugen, dass es auch andere Wege gibt, als sich ganz rauszuhalten oder ständig reinzureden. Wolf weiß: Es werde sicher knallen zwischen ihnen, und das sei auch gut so.

Nach dem Scheitern der Mission Bundesliga wird sich nun zeigen, ob Roth auch lernfähig sein kann. Bei der Konkurrenz gibt es da durchaus einiges abzugucken. Angesichts leerer Kassen bleibt dem Club auch nichts anderes übrig, als auf junge Spieler zu setzen und andere Erfolge zu kopieren: In Ansätzen spiegelt sich hier das Stuttgarter Modell wider. Ein Modell, das sich Europa schon bald ganz genau ansehen kann.

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