Sport : Guerrero, der lustige Krieger

Moritz Küpper

München - Das schüchterne Grinsen, der lachende, unverständliche Gesichtsausdruck. Es wirkt so, als würde sich José Paolo Gonzales Guerrero immer über irgendetwas lustig machen. Das Spiel mit den Medien liegt dem peruanischer Nachwuchsstürmer in Diensten des FC Bayern München (noch) nicht. Insofern war es bemerkenswert, dass der Matchwinner aus der Partie gegen Leverkusen als Erster die wenigen Meter aus der Bayern-Kabine zu den wartenden Reportern zurücklegte. „Ich habe gut gespielt, ein Tor gemacht, ich bin sehr glücklich“, sagte der 21-Jährige, „aber ich bin jung und brauche noch experiencia.“ Erfahrung also.

Vor der Winterpause hatte er noch versucht, sich mit seinem Landsmann Claudio Pizarro davonzustehlen, doch Bayerns Sprecher Markus Hörwick fing die beiden ab und schickte sie vor Mikrofone und Aufnahmegeräte. „Ich muss noch mehr Tore schießen“, hatte Guerrero damals gesagt. Sechs Tore hat er nun in acht Bundesligaspielen erzielt, hinzu kommen drei Vorlagen. Eine Statistik, die durch den Zusatz, dass Guerrero gegen Leverkusen erstmals in der Anfangsformation stand und ansonsten das Spielfeld frühestens zur zweiten Halbzeit betrat, noch eindrucksvoller wirkt. Zwei Jahre ist es her, dass Talentsichter der Bayern Guerrero bei einem Jugendturnier in Lima entdeckten. Mit 18 Jahren wechselte er nach München, und schon in seiner ersten Saison schoss er die Bayern-Amateure zur Regionalliga-Meisterschaft und sich mit 21 Treffern zum Torschützenkönig.

Mittlerweile ist er auch für die erste Mannschaft eine Alternative: „Wir können sehr zufrieden sein, wie sich der Junge entwickelt“, sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, „Pizarro wird aufpassen müssen.“ Eine Aussage, die frühestens mittelfristige gelten dürfte. Denn noch ist Pizarro, der mit einer Grippe ausfiel, gesetzt: „Die Hierarchie besteht weiterhin“, sagte Trainer Magath, „Paolo hat stark gespielt, aber Claudio hat uns gefehlt.“

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