Sport : Guerrero statt Makaay

Bayerns Stürmer überragt beim 5:2 gegen Frankfurt

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München - Uli Hoeneß handelte antizyklisch. Es geb keinen Grund dafür „dass wir jetzt in Jubelstürme ausbrechen. Man soll nicht glauben, dass wir mit dieser Leistung nächste Woche gegen den Hamburger SV oder dann in Mailand gewinnen“, sagte der Manager des FC Bayern München. Dabei hatte seine Mannschaft drei Tage nach dem 1:1 gegen den AC Mailand in der Champions League gerade in der Bundesliga Eintracht Frankfurt nach einer überzeugenden Leistung 5:2 (3:1) besiegt. Dennoch waren die relativierenden Worte des Managers keine Überraschung, Hoeneß ist für in die Zukunft weisende Analysen gerade beendeter Spiele bekannt.

Weniger bekannt ist Felix Magath für große Überraschungen in seiner Startaufstellung, aber gestern hatte der Bayern-Trainer eine solche parat: Magath verzichtete auf den formschwachen Torjäger Roy Makaay. Zuletzt hatte der Niederländer, wenn er fit war, am 29. November 2003 in Köln auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen.

Magath brachte für Makaay zum ersten Mal seit dem fünften Spieltag Paolo Guerrero von Beginn an, und der Peruaner wurde zum Helden des Spiels. Nach einem Fehler von Frankfurts Vasoski vollendete er überlegt zum 1:0. Weniger als eine Minute nach dem Ausgleichstor durch einen Seitfallzieher von Christoph Preuß leitete Guerrero das 2:1 durch Michael Ballack mit einem Pass mit der Hacke ein. Das 3:1 erzielte Guerrero wieder selbst. Nach einem schönen Zuspiel von Sebastian Deisler ließ sich der 22-Jährige lange Zeit, bis er den Ball so souverän durch die Beine von Frankfurts Torwart Oka Nikolov schob, wie es sonst Roy Makaay macht. „Gott sei Dank habe ich zwei Tore gemacht. Ich bin sehr zufrieden“, sagte Guerrero trocken.

Am vierten Tor der Münchner war er ausnahmsweise nicht beteiligt, nach einer Flanke von Deisler war wieder Ballack zur Stelle und köpfte seinen zwölften Saisontreffer. „Die Mannschaft hat eine gute Antwort auf das Mailänder Spiel gegeben. Und endlich habe wir mal wieder Tore geschossen“, sagte Ballack. Sebastian Deisler, der ebenso wie sein Nationalmannschaftskollege Bastian Schweinsteiger im Gegensatz zum vergangenen Mittwoch gegen Mailand in der Startformation stand, überzeugte nicht nur mit seinen Torvorlagen. „Ich fühle mich gut, so kann es weitergehen“, sagte Deisler. Nachdem Alexander Meier aus kurzer Distanz Michael Rensing, der für den verletzten Oliver Kahn im Tor der Münchner stand, zum 2:4 überwunden hatte, war wieder Paolo Guerrero im Mittelpunkt. Der Peruaner setzte Claudio Pizarro in Szene, der zum 5:2 traf.

Die 69 000 Zuschauer hatten beim elften Heimsieg der Münchner im elften Bundesliga-Heimspiel in der Allianz-Arena ein unterhaltsames Spiel gesehen, in dem die Frankfurter nur in der zweiten Halbzeit phasenweise mithalten konnten. Trainer Friedhelm Funkel beklagte die vielen „individuellen Fehler“, reagierte aber insgesamt gelassen: „Wir haben mit der jungen Mannschaft Lehrgeld gezahlt.“

Auch wenn Uli Hoeneß die gute Mannschaftsleistung der Münchner auf keinen Fall zu hoch bewerten wollte, wird Paolo Guerrero sich sicher zutrauen, nach seinen zwei Toren und seinen beiden Vorlagen auch gegen den Hamburger SV und den AC Mailand erfolgreich zu sein. Zumindest wäre es keine Überraschung mehr, wenn Felix Magath wieder den Peruaner statt Roy Makaay aufstellen würde. Tsp/dpa

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