Sport : Gut beobachtet

Rainer K,el

Als Pierre Pagé vor ein paar Wochen beim Spengler-Cup der besten europäischen Eishockey-Mannschaften die Adler Mannheim beobachtete, ahnte er nicht, dass er bald entscheidenden Einfluss auf deren Vereinshistorie nehmen würde. Als Trainer einer anderen Mannschaft. Der Kanadier beendete in seinem zweiten Spiel als Cheftrainer des EHC Eisbären mit einem 4:1 (1:0, 0:1, 3:0) die 15 Spiele andauernde Siegesserie der Mannheimer, die dennoch Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bleiben. Der Berliner Sieg war nicht allein der vortrefflichen Beobachtungsgabe des Herrn Pagé geschuldet. Vielmehr sahen die 6000 Zuschauer in Mannheim eine von neun Spielen im letzten Monat deutlich geschwächte Heimmannschaft, die zudem auf ihren verletzten Star-Stürmer René Corbet verzichten musste.

Die Führung der Berliner durch Martin Lindman konnte der Mannheimer Stevens nach einer guten halben Stunde ausgleichen. David Roberts und David Cooper passten das Ergebnis im dritten Drittel jedoch dem Spielgeschehen an und sorgten für die Entscheidung zugunsten der Eisbären. Den Schlusspunkt setzte wiederum Roberts mit einem Schuss ins verwaiste Tor. Pagé zeigte sich mit seinem ersten Wochenende als Trainer der Eisbären, das er mit zwei Siegen beendete, zufrieden: "Das war optimal. Diese Serie möchte ich gerne forsetzen." Das vom ehemaligen NHL-Coach definierte Ziel zeugte von Respekt für den Gegner: "Wir möchten langfristig eine Mannschaft von der Klasse Mannheims in Berlin aufbauen." Zumindest kurzfristig ist man bei den Eisbären auf dem besten Weg dahin. Im Kampf um einen Playoff-Platz kamen die unerwarteten Punkte für den erst dritten Eisbären-Sieg in Mannheim gerade recht. Die Gastgeber trugen das Ende ihrer in die DEL-Rekordbücher eingegangenen Siegesserie mit Fassung. "Das ist eine Niederlage, mit der man nach 15 Siegen leben kann", meinte der Mannheimer Manager Marcus Kuhl. Vielleicht kann Pagé in den nächsten 13 Spielen ja Ähnliches von seiner ersten Phase in Berlin behaupten.

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