Sport : Gut gelaunt gewonnen

SCC-Volleyballer erreichen mühelos das Pokal-Halbfinale

Karsten Doneck

Berlin. Viel Kraft hatten sie nicht vergeudet. Also packten die Volleyballer des SC Charlottenburg nach dem letzten Ballwechsel schnell noch mal an. Eigenhändig und in Windeseile räumten sie die um das Spielfeld herum gruppierten Werbebanden ab. Das Viertelfinale im deutschen Volleyball-Pokal hatte die Mannschaft zuvor eher im Vorbeigehen erledigt. Gegner VC Markranstädt, Bundesliga-Aufsteiger und als derzeitiger Tabellenletzter bereits Abstiegskandidat, war nach etwas mehr als 60 Minuten Spieldauer mit 3:0 (25:17, 25:15, 25:11) ausgeschaltet worden. SCC-Geschäftsführer Günter Trotz übernahm nach der einseitigen Partie den kostspieligsten Part des Nachmittags: Er sollte Manager Kaweh Niroomand telefonisch über das Spiel informieren. Ein teures Vergnügen: Niroomand hält sich derzeit nämlich beruflich in Dubai auf.

Am vergangenen Mittwoch hatte der SCC noch in der Champions League auf großer Bühne aufgetrumpft. Dass inzwischen wieder der Alltag eingekehrt ist, signalisierte gegen Markranstädt schon der äußere Rahmen. Statt der 2100 Zuschauer, die den 3:2-Sieg gegen Polens Meister Czestochowa bejubelt hatten, bildeten diesmal nur rund 200 Zuschauer eine eher triste Kulisse.

„Wir haben die Möglichkeit, zwei nationale Titel zu holen: neben der Meisterschaft auch den Pokal. Also haben wir diese Aufgabe sehr ernst genommen“, sagte Angreifer Eugen Bakumovski. Doch die sonstige Angespanntheit bei den Spielern wurde schnell von einer unübersehbaren Lockerheit verdrängt. Selten sah man beim SCC so viele Akteure mit lächelnd-fröhlichem Gesicht herumlaufen. Und als im dritten Satz Marco Liefke beim Stand von 15:2 (!) einen schwer zu nehmenden Ball allzu gefühlvoll über das Netz lupfte, da verstieg sich der ausgewechselte Jan Günther von draußen zu dem Zwischenruf: „Ey, das ist doch hier kein Frauen-Volleyball.“ Ein Gute-Laune-Spiel eben – für den SCC zumindest.

Bei Markranstädt hatte es während der Woche mächtig gekracht. Manager Michael Nickeleit warf einigen Spielern unter anderem unsoliden Lebenswandel vor. Folge: Eric Koereng und Christian Lange wurden kurzerhand aussortiert, mit Djordje Djuric und Patrik Pislovic kamen zwei neuverpflichtete Spieler hinzu. Auf dem Feld stand dann logischerweise keine echte Einheit. Im dritten Satz beim Stand von 18:5 konnte es sich SCC-Trainer Mirko Culic sogar leisten, mit Kromm, Fischer, Rieke und Eichbaum die geballte Nachwuchskraft der Charlottenburger gemeinsam aufs Feld zu stellen, Liefke und Bakumovski übernahmen die Führung der Jungen. Schaden entstand dem SCC durch diese Maßnahme nicht.

Die Charlottenburger stehen nun in der Vierer-Endrunde am 31. Januar und 1. Februar. In welcher Stadt diese Veranstaltung stattfindet, ist noch offen. Der SCC wollte sich als Ausrichter bewerben, stieß aber auf ein unüberwindliches Hindernis. Zum Finaltermin ist die Sömmeringhalle anderweitig ausgebucht – für ein Fußball-Hallenturnier.

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