Sport : Gut gepokert bei den Sixdays

Wie Fulst und Lampater in Berlin gewannen

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Berlin - Vor 13 Jahren sind sich Leif Lampater und Bruno Risi zum ersten Mal begegnet. Lampater war elf Jahre alt und kam beim Stuttgarter Sechstagerennen mit vielen anderen Kindern zum Training mit dem damals 27 Jahre alten Schweizer Weltmeister Risi. Lampater fiel auf, weil er der Kleinste war, „Risi hat mich gefragt, ob ich auch mal Rennfahrer werden möchte“, hat er einmal erzählt. Bruno Risi hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass der Knirps aus Schwaikheim ihm später mal einen Sechstagesieg wegschnappen würde. Zusammen mit dem Berliner Guido Fulst (35) gewann Lampater am Dienstagabend ein packendes Finale in Berlin vor Robert Bartko/Andreas Beikirch und den Schweizern Bruno Risi/Franco Marvulli.

Die Sieger stülpten sich goldfarbene Kränze über, für sie ertönte die Nationalhymne. Risi musste sich damit begnügen, dass in Anspielung auf seine Heimat das Muhen einer Kuh über Lautsprecher erklang. Er nahm es mit Humor. Nach seinem Sieg in Stuttgart vor einer Woche hatte er den zweitplatzierten Bartko noch bei der Siegerehrung verspottet, in Berlin gratulierte er höflich. Eigentlich hatte es gut ausgesehen für Risi, der in diesem Jahr schon sechs Siege gefeiert hat. Vor der letzten Jagd über 60 Minuten hatte das Duo Bartko/Beikirch fünf Punkte Vorsprung vor Risi/Marvulli und Fulst/Lampater gehabt. Gerade war wieder ein Ausreißversuch der beiden deutschen Duos gescheitert, als Risi seine Chance sah. Der derzeit weltbeste Sechstagefahrer raste mit 60 Stundenkilometern davon, und Lampater war „erst geschockt, als Bruno rausgeschossen ist. Ich dachte fast, das war es“. Doch es kam anders. Risis Partner Marvulli konnte mit schweren Beinen die hohe Geschwindigkeit nicht mehr mitgehen, Beikirch und Bartko machten hinter den Schweizern Tempo und zogen die übrigen Fahrer mit. Risis Vorstoß scheiterte. Es sah so aus, als sollten auch diesmal die Wertungssprints kurz vor Schluss entscheiden, so wie im Vorjahr, als Robert Slippens im Spurt auf der Zielgeraden noch an Marvulli vorbeigezogen war.

Doch darauf wollten sich Lampater und Fulst nicht verlassen. Fulst griff sofort an, als Risi eingeholt war, die Kraft der Konkurrenten reichte nicht, um gegenzuhalten. 20 Runden vor Schluss war der Sieg perfekt. „Wir haben die Chance gesehen, als Risi und Bartko sich etwas beharkt haben“, sagte Lampater. 2006 hatte er im Dreierteam mit Fulst und Bartko in Stuttgart gewonnen. „Wir konnten pokern, der große Kampf war zwischen Bartko und Risi“, sagte auch Fulst.

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