Sport : Gut ist nicht gut genug

Alba zeigt gegen Treviso das beste Europaliga-Spiel der Saison, verliert aber 75:78

Benedikt Voigt

Berlin. Was hatten sie nicht alle vor dem Basketballprofi Tyus Edney gewarnt. 20 Punkte dürfe der Aufbauspieler von Benetton Treviso machen, hatte Trainer Emir Mutapcic gesagt, weil man den besten Basketballer der Euroleague sowieso nicht stoppen könne. Aber dann war es gestern Abend ganz einfach. Tyus Edney war krank in Treviso geblieben. Er hat eine Bronchitis, doch Alba Berlin konnte diese Schwächung nicht nutzen. Beim 75:78 (40:37) zeigte Alba Berlin zwar das bislang beste Spiel dieser Saison in der Europaliga, doch es reichte nicht, um den Titelfavoriten zu schlagen. Mit drei Niederlagen in drei Europaligaspielen bleibt Alba auf dem letzten Platz der Gruppe A.

Immerhin hatten die Zuschauer bereits nach sechs Minuten einen Grund zur Freude. DeJuan Collins hatte den Ball unter den Korb zu Henrik Rödl gepasst, und der Mannschaftskapitän machte endlich das, worauf die Fans bereits seit zwei Spielen warteten: seine Punkte 5000 und 5001 für Alba Berlin. Der 33-Jährige, der seit 1993 für die Berliner spielt, ist nach Wendell Alexis der zweite Spieler, dem dieses Kunststück gelingt. Viele Fans feierten Rödl mit Sprechchören und eigens angefertigten Plakaten.

Für das Spiel waren diese beiden Punkte in der Frühphase nicht ganz so bedeutsam. Einen 24:29-Rückstand in der 13. Minute hatte Alba bis zur Halbzeit in eine 40:37-Führung umgewandelt. Marko Pesic hatte seinem Team mit 13 Punkten den Vorsprung beschert. Bei Treviso hielt der 34-jährige Mannschaftskapitän Ricardo Pittis mit acht Punkten und drei Assists vor der Halbzeitpause dagegen. Der grauhaarige Power Forward lenkte anstelle seines erkrankten Aufbauspielers das Spiel seiner Mannschaft.

DeJuan Collins brachte Alba nach der Pause mit fünf Punkten in Führung, doch in der 26. Minute musste er sich nach dem vierten Foul vorsichtshalber auf die Bank setzen. Auf der anderen Seite saß Trevisos Centerspieler Marconato, der mit der strengen Linie der Schiedsrichter nicht zurecht kam.

Treviso eroberte sich die Führung zurück. Schnell bauten die Italiener ihren Vorsprung auf 59:53 aus. Doch der immer besser spielende Jovo Stanojevic warf Alba mit fünf Punkten in Folge wieder heran. Als die Schiedsrichter DeJuan Collins ein kurioses fünftes Foul pfiffen, brachten sie die Zuschauer gegen sich auf. Sogar ein Brillenetui flog auf das Parkett. Fortan wurde jeder Angriff der Gäste von Pfiffen begleitet. Alba nutzte die Stimmung, um nach fünf Punkten von Stefano Garris in Führung zu gehen. Doch Trevisos Jorge Garbajosa antwortete mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf. Mit 67:71 gingen die Berliner schließlich in die dramatische letzte Spielminute.

Marko Pesic verkürzte 50 Sekunden vor Schluss mit Freiwürfen auf 69:71. 26 Sekunden vor dem Ende hätte er mit Freiwürfen ausgleichen können, traf aber nur bei einem der beiden Versuche. Alba foulte, weshalb Dennis Marconato zwei Sekunden später per Freiwurf zum 70:73 traf. Das Freiwurfwerfen ging weiter. Öztürk, Garbajosa und Pesic trafen nur je einmal. Dann entschied Bulleri mit zwei verwandelten Freiwürfen neun Sekunden vor Schluss das Spiel.

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