Sport : Gut kombiniert

Borussia Dortmund beendet mit dem souveränen 2:0-Sieg die Heimserie des Hamburger SV

Karsten Doneck

Hamburg. Auswärts gingen die Spiele zwar regelmäßig verloren, aber zu Hause wurden die Niederlagen dann durch einen Sieg wettgemacht. So mogelte sich der Hamburger SV halbwegs sorgenfrei durch das Jahr 2004. In diese Serie schlug Borussia Dortmund nun ein tiefes Loch. Mit einem 2:0 (2:0)-Sieg entführten die Borussen aus der AOL-Arena drei Punkte. Zum ersten Mal seit elf Spielen verloren die Hamburger damit ein Spiel vor eigener Kulisse. Und kamen dabei sogar noch glimpflich davon. „Wir hätten auch 3:0 oder 4:0 gewinnen können, aber uns fehlte etwas der Killerinstinkt“, ärgerte sich BVB-Sportchef Michael Zorc nicht zu Unrecht über die eine oder andere vergebene Torchance.

Die Dortmunder scheinen sich von ihrer Winterdepression, ausgelöst durch immer neue Botschaften über die finanzielle Schieflage des Vereins, verabschiedet zu haben. Der Auftritt in Hamburg vor 52 204 Zuschauern war für die Elf von Trainer Matthias Sammer schon das fünfte Spiel in Folge ohne Niederlage. Doch auf das Wort „Serie“ reagieren die Borussen nahezu allergisch. „Ach, hören Sie doch auf, hier von einer Serie zu sprechen“, bügelte Michael Zorc entsprechende Anfragen ab und forderte: „Für uns zählt jetzt nur: Wir müssen weitermachen, immer weitermachen.“ Und zwar am besten dort, wo die Dortmunder in Hamburg angefangen haben. Die Gäste bauten ihre Aktionen ruhig und kontrolliert auf, variierten bei Bedarf geschickt das Tempo und kombinierten mit Überblick schnell nach vorne.

Der HSV stand dem Ganzen ziemlich ratlos gegenüber. Von dem frühen Dortmunder Führungstor durch Torsten Frings hatten sich die Hamburger noch nicht annähernd erholt, da erhöhte Jan Koller nach einer knappen halben Stunde schon auf 2:0. Der Rest war für Dortmund Ergebnis-Verwaltung. „Wir haben im Spiel nach vorne viele Bälle schon nach dem dritten oder vierten Ballkontakt wieder verloren“, monierte HSV-Trainer Toppmöller. Die Gastgeber hatten im Verlauf der 90 Minuten nur zwei halbwegs verwertbare Chancen, die beste unmittelbar nach dem 0:2 durch eine Gemeinschaftsaktion von Barbarez und Romeo. Aber ein Tor hatten die Hamburger für ihre hilflosen Bemühungen wohl kaum verdient.

Während die Dortmunder ohne den nach fünf Gelben Karten gesperrten Stefan Reuter nun im Spitzenspiel auf den FC Bayern treffen, setzt sich der HSV am nächsten Samstag mit dem Abstiegskandidaten 1860 München auseinander. Jedem das Seine eben.

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