Sport : Gut recherchiert - heute spielt der Volleyball-Bundesligist in Kadzirzyn

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Der Spähtrupp war im Einsatz, die Abteilung investigative Recherche des SC Charlottenburg hat sich profiliert nach der Schlappe von Odinzowo. Im CEV-Pokal-Achtelfinale war der Volleyball-Bundesligist in Russland angetreten, ohne etwas über den Gegner zu wissen, weil weder Videos noch Beobachter aufzutreiben waren. Prompt verlor der SCC 0:3 und kam nur mit einem Kraftakt in die nächste Runde. Diesmal wird alles anders. "Wir haben gut recherchiert", verkündet SCC-Manager Kaweh Niroomand vor dem heutigen Viertelfinal-Hinspiel im CEV-Pokal bei SK Kedzirzyn. Oberschlesien ist näher als Moskau, selbst eine kurzfristige Spielverlegung der Polen hätten die Berliner noch rechtzeitig mitbekommen, sagt Niroomand.

Durch den DVV-Pokalsieg in Dessau vor zehn Tagen ist der Druck, unbedingt einen Titel gewinnen zu müssen, zwar von der Mannschaft genommen. Doch unter die besten Vier in Europa zu kommen, "wäre ein riesiger Erfolg", schwärmt der Manager, auch für das Berliner Modell. In den nächsten Tagen steht der Bundesliga-Zweite ständig unter Hochspannung: Heute Kadzirzyn, am Sonntag das Spitzenspiel gegen den Dritten Bayer Wuppertal, vom SCC im Pokalfinale im Tiebreak geschlagen, dann folgt drei Tage später das Europapokal-Rückspiel. "Man weiß gar nicht, woran man zuerst denken soll", sagt Niroomand. Sofort nach dem Spiel geht es zurück nach Berlin, damit die Mannschaft am Donnerstag wieder normal trainieren kann.

Zumindest besteht keine Gefahr, die Gegner zu unterschätzen. Kaum war der SCC zuletzt oben, stürzte er aus Überheblichkeit wieder ab. Und rehabilitierte sich jeweils mit einem wichtigen Sieg: 0:3 in Odinzowo, 0:3 beim Vorletzten Fellbach, 3:0 gegen die Russen, erneutes 0:3 in Düren, Pokalsieg. Beim noch sieglosen Aufsteiger Schüttorf gewann der SCC die Sätze zwei und drei am Sonnabend nur mühsam 25:22. Ist da schon wieder der Schlendrian drin? Nein, beruhigt Niroomand, SCC-Trainer Watson habe der zweiten Garnitur Spielpraxis verschafft. Alles im Lot also. Vorausgesetzt, die Späher haben richtig hingeguckt.

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