Sport : Gute Erinnerungen

Der SV Werder gewinnt 2:1 beim RSC Anderlecht – Ivan Klasnic erzielt beide Tore für die Bremer

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Brüssel Thomas Schaaf verbindet mit dem RSC Anderlecht ausschließlich positive Erinnerungen. Gegen den belgischen Rekordmeister hat der Trainer des SV Werder Bremen als Spieler seinen einzigen Einsatz in der Champions League gehabt. In der Saison 1993/94 war das, und Schaaf durfte damals an einem denkwürdigen Spiel mitwirken. 3:0 führten die Belgier in Bremen bereits, am Ende aber hieß es 5:3 für Werder, und die Zuschauer hatten eines jener legendären Wunder an der Weser erlebt. Auch der gestrige Abend wird Schaaf in erfreulicher Erinnerung bleiben. Seine Mannschaft setzte sich mit 2:1 bei den Belgiern durch und kam zum ersten Auswärtssieg in dieser Champions-League-Saison. Weil zudem Valencia zu Hause gegen Inter Mailand 1:5 verlor, zog Werder nach dem dritten Spiel in der Gruppe G an den Spaniern vorbei auf Platz zwei, der zur Teilnahme am Achtelfinale berechtigt.

Es regnete gestern Abend in Strömen, als die Begegnung angepfiffen wurde. Trotz der schwierigen Platzverhältnisse bekamen die 22 187 Zuschauer im ausverkauften Stadion Constant van den Stock ein flottes, temporeiches Spiel mit vielen Torchancen zu sehen. In den ersten zehn Minuten geriet der Deutsche Meister gehörig unter Druck, allerdings ergaben sich für die Anderlechter kaum gefährliche Torgelegenheiten. Die hatten zunächst die Bremer. Nationalspieler Miroslav Klose vergab mit einem Kopfball nach knapp einer Viertelstunde die Möglichkeit zur Führung, nur fünf Minuten später schoss der Schweizer Ludovic Magnin knapp am RSC-Tor vorbei. „Wenn man die Torchancen sieht, kann man nicht zufrieden sein“, sagte Werders Sportdirektor Klaus Allofs zur Pause.

Der erste Treffer nämlich fiel in der 26. Minute auf der anderen Seite. Nach einem Pass aus dem Mittelfeld überlief Vincent Kompany seinen Gegenspieler Christian Schulz, die Hereingabe von der rechten Seite konnte der Schwede Christian Wilhelmsson nahezu unbedrängt zum 1:0 für Anderlecht verwerten. „Da haben wir ziemlich naiv ausgesehen“, sagte Allofs. „Das ist eben das Problem, wenn man die Abwehr dauernd neu besetzen muss.“

Bremens Trainer Thomas Schaaf musste auf insgesamt sieben Nationalspieler verzichten. Kurzfristig fielen auch noch Angelos Charisteas und Tim Borowski aus. Für sie rückten Ivan Klasnic und Christian Schulz ins Team. Klasnic, der am Wochenende bei der 1:2-Niederlage in Mainz auf der Bank sitzen musste, vergab zunächst die große Chance zum Ausgleich, als er allein auf Torhüter Daniel Zitka zulief. Der Kroate versuchte es selbst, obwohl in der Mitte sein Mitspieler Johan Micoud frei stand – Klasnic scheiterte. Zwei Minuten später schaffte der kroatische Nationalstürmer es dann doch noch – dank gütiger Mitarbeit des RSC-Torhüters. Nach einem guten Pass des diesmal wieder stark spielenden Micoud auf Miroslav Klose ließ Zitka den Ball an der Strafraumgrenze aus den Fingern gleiten. Klasnic musste nur noch zum 1:1 abstauben.

Auch nach der Pause spielte Werder weiter auf Sieg und kam erneut zu guten Chancen. Nach knapp einer Stunde gelang Ivan Klasnic der Treffer zum 2:1, und wie beim ersten Tor waren Klose und Micoud an der Entstehung beteiligt. Anderlechts Abwehrspieler beobachteten die Ballstafette durch ihren Strafraum wie mäßig interessierte Beobachter.

Nach dem Rückstand drängten die Belgier auf den Ausgleich, und Werder ließ ihnen viel zu viel Freiräume. Nur selten kamen die Bremer zu Entlastungsangriffen, sodass sie vor allem in der letzten Viertelstunde einige brenzlige Situationen überstehen mussten. Auf diese Weise bekam auch Bremens Torhüter Andreas Reinke noch die Gelegenheit, das Spiel in guter Erinnerung zu halten. Erst parierte er einen Weitschuss von Baseggio, dann klärte er gleich zweimal, gegen Wilhelmsson und Aruna, und schließlich noch einmal nach einem Freistoß von Baseggio. Tsp

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