Sport : Gute Freunde auf getrennten Wegen

SCC-Volleyballer finden Ersatz für Bakumovski

Karsten Doneck

Den Weg zurück wollte sich Eugen Bakumovski nicht ganz verbauen. Als er vor ein paar Wochen seinem bisherigen Klub, dem Deutschen Volleyball-Meister SC Charlottenburg, am Telefon mitteilte, dass er künftig in Italiens erster Liga aufschlagen werde, griff er zu sehr versöhnlichen Tönen. „Ich hoffe, wir bleiben trotzdem gute Freunde“, sagte er zu seinem Gesprächspartner vom SCC. Man kann ja nie wissen.

Bakumovski, 23 Jahre jung und Nationalspieler, hat sich nach langem Sondieren von Angeboten für einen Vertrag bei Taranto Volley in Italien entschieden. Und wenn ein Nationalspieler aus einer Vereinsmannschaft ausscheidet, dann hinterlässt das gemeinhin eine schwer zu schließende Lücke. Der SCC indes geht mit dem Verlust seines Außenangreifers reichlich unaufgeregt um. Die Nachfolgefrage ist schnell geklärt worden: Der erst 20-jährige Robert Kromm, der in der vorigen Saison bei seinen eher sporadischen Bundesligaeinsätzen bereits sein beachtliches Können aufblitzen ließ, wird Bakumovskis Rolle übernehmen.

Erste Überlegungen, die Position mit einem namhaften Spieler aus dem Ausland zu besetzen, hat der SCC alsbald wieder verworfen. Aus gutem Grund. Einerseits hätte so ein Transfer den ohnehin nur sehr mühevoll zu deckenden Saisonetat der Charlottenburger zusätzlich mit einem Betrag zwischen 60 000 und 100000 Euro – inklusive Ablöse und internationaler Abgaben – belastet. Und andererseits legt der Verein nach wie vor Wert darauf, im Sinne der Nationalmannschaft den deutschen Volleyball-Nachwuchs zu fördern. Und Robert Kromm steht schließlich bei Bundestrainer Stelian Moculescu auch schon hoch im Kurs, er hat längst seine ersten Länderspiele absolviert. Was ihm noch fehlt? „Er muss in Annahme und Abwehr noch hart an sich arbeiten“, sagt SCC-Trainer Mirko Culic.

Der Schatten des abgewanderten Eugen Bakumoski wird für Robert Kromm indes nicht allzu lang sein. Nach der vergangenen Saison hatte SCC-Manager Kaweh Niroomand ein Gespräch mit Bakumovski. Dabei legte Niroomand dem Spieler gegenüber ziemlich offen seine Meinung dar. „Ich habe ihm zu verstehen gegeben, dass wir mit seinen Leistungen nicht zufrieden gewesen sind. Er steht nicht da, wo er denkt“, sagte Niroomand. Zu wenig konstant seien seine Leistungen gewesen, lautete einer der Hauptvrowürfe an Bakumovski.

Bevor es ihn nach Italien verschlug, soll Bakumovski angeblich auch beim Vizemeister VfB Friedrichshafen als Verstärkung im Gespräch gewesen sein. Als Verstärkung? Da winkt Niroomand ab. „Der wäre sportlich zu schwach, sollen die in Friedshafen gesagt haben“, erzählt Niroomand.

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