Sport : Gute Idee

-

Daniel Pontzen bewundert

Franz Beckenbauers Einfallsreichtum

Die genialsten Gedanken reifen immer noch in der Säbener Straße. Nun, da die erste Frühlingssonne den Think Tank der Nationalen IntelligenzAgentur für Fußballfragen befruchtet hat, sprudeln die bahnbrechenden Ideen nur so durch das Vereinsgebäude des FC Bayern München. Zu den rührigsten Avantgardisten zählt seit jeher Franz Beckenbauer, mit gutem Recht nennt man ihn Lichtgestalt. Auf ihn geht auch der jüngste Vorstoß zurück: Sollte die Deutsche Fußball-Liga auf die Idee kommen, den FC Bayern für dessen Geheim-Vertrag mit Kirch zu bestrafen, dann, so verriet er „Bild“, „dann soll die Bundesliga mal schauen, wie sie ohne uns weitermachen will. Da melden wir uns in Italien an, spielen gegen Juventus, Milan und Rom“.

Neidisch schaut der Rest der Liga auf so viel Esprit, doch die Konkurrenz wird Beckenbauers Geistesblitz für sich zu nutzen wissen. Der Münchner Nachbar TSV 1860 hätte im nahen Österreich ganz gute Karten, im Kampf gegen Linz und Graz glanzvoll in den Uefa-Cup einzuziehen; Energie Cottbus, der hoffnungslose Fall, würde per Anmeldung beim polnischen Fußball-Verband als Energia Chosebuz spielend das Saisonziel Klassenerhalt schaffen. Der Hamburger SV, einstiger Rivale, könnte sogar seinen ersten Meistertitel seit 1983 schaffen. Knapp vor Bröndby Kopenhagen.

Für den FC Bayern hätten die Verpflichtungen jenseits des Brenners gleichwohl den Verlust liebgewonnener Annehmlichkeiten zur Folge. Den von TV-Zusatzverträgen zum Beispiel. Der Kirch von Italien heißt Berlusconi. Und der ist unbestechlich.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben