Sport : Gute Nacht, Freunde

Lothar Matthäus bricht mit den Bayern – doch die stört das nicht

Daniel Pontzen

München. Lothar Matthäus ist ein konsequenter Mensch. „Aufgrund der verbalen Attacken des Managers vom FC Bayern München, Uli Hoeneß, habe ich mich entschlossen, meine Ehrenmitgliedschaft abzulegen“, verkündete der Rekord-Nationalspieler am Dienstag auf seiner Internet-Seite. Mit seiner Reaktion verband er auch einen materiellen Verzicht. Neben einer Urkunde und einer Ehrennadel schickte er sein Abschiedsgeschenk an die Bayern zurück: eine Uhr, die, wie Matthäus nicht zu erwähnen vergaß, einen „Wert von ca. 25 000 Euro“ habe.

Hoeneß hatte vor einer Woche im Fernsehen erklärt: „Solange Rummenigge und ich was zu sagen haben, wird Matthäus nicht mal Greenkeeper im neuen Stadion.“ Matthäus wertete die Aussage als persönlichen Affront, wie er in einem offenen Brief an Hoeneß mitteilte. Als eine „mehr als persönlich beleidigende Reaktion“, noch dazu „im Fernsehen vor einem Millionen-Publikum“, ordnete Matthäus den Kommentar ein. „Gerade wegen meiner Verdienste um den FC Bayern muss ich mir das nicht gefallen lassen“, schrieb der 41-Jährige, der mit den Münchnern siebenmal die deutsche Meisterschaft, dreimal den DFB-Pokal und einmal den Uefa-Cup gewann. Zudem vermutete Matthäus niedere Motive des Managers: „Nach wie vor interessiert mich der wahre Grund der Angriffe seitens Uli Hoeneß.“

Beim FC Bayern sieht man die Sache recht entspannt. „Das trifft uns weder hart noch überhaupt“, sagte Pressesprecher Markus Hörwick. „Was Lothar Matthäus da erzählt hat, war Unsinn.“ Hoeneß selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Nicht einmal der Greenkeeper, also der Platzwart, dessen Stelle nun langfristig gesichert scheint, war am Dienstag zu sprechen. Einzig Rudi Völler, Teamchef der Nationalmannschaft, ließ sich zu einer milden Reaktion hinreißen. „Vielleicht lassen sich diese Probleme in der besinnlichen Weihnachtszeit ausräumen“, meinte Völler im fernen Gelsenkirchen.

Auch Matthäus eröffnete seinem einstigen Arbeitgeber die Möglichkeit, Frieden mit ihm zu schließen. Mit den Teilsätzen „Zum Gespräch bereit“ und „Herz schlägt für Bayern“ überschrieb er die letzten beiden Absätze seiner Erklärung und schloss mit der Feststellung: „Es versteht sich von selbst, dass solche Diskussionen und Äußerungen letztendlich nur dem Verein schaden.“ Vermutlich nicht nur dem Verein.

Die Erklärung im Internet:

www.lotharmatthaeus.de

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