Sport : Guter Wechselkurs

Dortmund siegt dank zweier Treffer des Armeniers Henrich Mchitarjan 2:1 bei Eintracht Frankfurt.

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Frankfurt am Main - Neven Subotic schätzte das wilde, manchmal anarchische Spiel am besten ein. „Das war ein Hin- und Herspiel, in dem keine Mannschaft so richtig ins Spiel gefunden hat.“ Auch nicht der Innenverteidiger von Borussia Dortmund, der Teil einer gelegentlich reichlich durcheinander wirkenden Abwehr des BVB war. Doch am Ende ging für die Westfalen alles gut. Sie gewannen am späten Sonntagnachmittag 2:1 bei Eintracht Frankfurt, eroberten nach nun vier Siegen die Tabellenspitze zurück und gehen mit einem guten Gefühl in die zweiwöchige Länderspielpause. Matchwinner für die Borussen war der von Schachtar Donezk für 27,5 Millionen Euro Ablöse gekommene Armenier Henrich Mchitarjan, der seine beiden ersten Pflichtspieltreffer erzielte. Für die ersatzgeschwächte und dennoch starke Eintracht hatte der tschechische Neuzugang Vaclav Kadlec erstmals getroffen. Zu wenig, um damit zum gerechten Lohn, einem Unentschieden , zu kommen.

Dortmund agierte unsicher. Löcher im Mittelfeld, Löcher in der Abwehr, in der Nationalspieler Hummels herumirrte wie lange nicht: Immer wieder besaß die Eintracht auf dem ungewässerten stumpfen Rasen unverhoffte Gelegenheiten, den Favoriten erheblich zu ärgern. Wäre nicht wenigstens Torhüter Weidenfeller konzentriert wie fast immer bei der Arbeit gewesen, der Spätsommernachmittag hätte sich böse anlassen können für die Borussia. Die ging dennoch nach zehn Minuten durch Mchitarjan in Führung, weil Flum zuvor einen Ball an den Passgeber Blaszczykowski verschludert hatte. Danach besaßen die Dortmunder wie die Frankfurter eine Fülle von Gelegenheiten, den Spielstand zu verändern. Doch die Borussia wirkte bei all ihren kunstvoll inszenierten Blitzattacken vor dem Tor der Eintracht zu verspielt, während Frankfurts neuer Stürmer Kadlec nicht entschlossen genug und ohne Blick für den besser postierten Nebenmann Inui seine Chancen vertat. Einmal aber war der Tscheche zur Stelle, als Inui eine zauberhafte Idee hatte, Aigner mit einem langen Pass freispielte und dessen Kopfball gegen den Pfosten zum Prager zurückprallte. Aus kurzer Entfernung schoss Kadlec den bis völlig verdienten Ausgleich.

Mit zunehmender Spielzeit ließ der Druck der Eintracht – abgesehen von Andersons Kopfball gegen den Pfosten – nach, und weil auch die Angriffslust des BVB nun deutliche Bremsspuren trug, bekamen die 51 500 Zuschauer in der ausverkauften Arena ein nicht mehr ganz so aufregendes Duell geboten. Mit einer Ausnahme: Henrich Mchitarjan schwang sich mit seinem Treffer zum 2:1 nach Sololauf und plaziertem Linksschuss ins linke Eck zum Mann des Tages auf. Ihm galt das uneingeschränkte Lob von Trainer Jürgen Klopp. „Die Jungs, die kicken können, sind halt teuer. Wir hätten auch noch mehr bezahlt, so sehr wollten wir ihn.“ Am Sonntag zahlte Mchitarjan erstmals zurück, als die Dortmunder mit ihren spielerischen Reichtümern nicht besonders glänzten. Roland Zorn

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