Sport : Gutes tun für schlechte Zeiten

Mathias Klappenbach

Er wollte doch nur Gutes. Als Rafael van der Vaart ankündigte, auch in der Zweiten Liga für den Hamburger spielen zu wollen, wollte der Kapitän damit Treue, Kampfgeist und mannhaftes Einstehen für eigene Verfehlungen demonstrieren. Van der Vaart könnte dem Klub damit aber nachhaltiger geschadet haben, als es der einmalige Abstieg tun würde.

Sicher wäre es ein tolles Zeichen für die restliche Saison, wenn die anderen Profis dem leuchtenden Beispiel van der Vaarts folgen würden. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten würde klar, dass große Gefahr droht. Nicht nur, weil van der Vaart das von der Klubführung tabuisierte und umständlich umschriebene A- Wort im täglichen Sprachgebrauch etabliert hätte. Sondern auch, weil der HSV eine Liga tiefer eine neue Mannschaft bräuchte. Eine, die nicht abgestiegen ist. Eine, die aus einem 30-Millionen-Etat statt aus einem mit 60 Millionen bezahlt werden muss. Gehaltskürzungen für den Katastrophenfall sind aber nicht fixiert.

So könnte es passieren, dass sich alle Profis stolz zum HSV bekennen, mit breiter Brust den Klassenerhalt vergeigen und ihre großzügig angebotene Hilfe zur Wiedergutmachung statt zum Wiederaufstieg zur Pleite führt. Juan Pablo Sorin in der Zweiten Liga? Schwer vorstellbar, für ihn bei seinem Gehalt von geschätzten 3,7 Millionen Euro aber vielleicht doch.

Man soll ja in guten Zeiten auch schon an schlechte denken. Beim HSV war diese Binsenweisheit nicht präsent, aber der Verein lernt jetzt. Der neue Torwarttrainer Claus Reitmaier hat nur bis zum Saisonende unterschrieben.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben