Sport : Haas-Bezwinger Kohlmann verliert deutlich gegen Rios

Dietmar Wenck

Das Masters-Series-Tennisturnier in Hamburg hat in der zweiten Runde seinen Hauptdarsteller verloren. Der US-Amerikaner Pete Sampras scheiterte bei seinem dritten Auftritt in der Hansestadt mit 4:6, 4:6 am Franzosen Arnaud di Pasquale. Das Spiel dauerte 77 Minuten, di Pasquale reichte ein Break in jedem Satz zum Sieg. Zuvor war auch Michael Kohlmann (Hagen) ausgeschieden, der dem chilenischen Titelverteidiger und ehemaligen Weltranglistenersten Marcelo Rios 1:6, 0:6 unterlag.

Am Abend zuvor, nach dem unerwarteten 7:6, 6:4-Sieg über seinen Landsmann Thomas Haas, musste der deutsche Davis-Cup-Spieler Michael Kohlmann aus seiner Traumwelt berichten. Ob er sich vorher habe träumen lassen, das Spiel zu gewinnen? "Im Traum schlage ich sie alle", berichtete der 26-Jährige gut gelaunt, "nur in der Realität war das immer anders. Deshalb habe ich mir abgewöhnt, davon zu träumen." Gestern war sein Traum am ersten verregneten Tag in Hamburg ausgeträumt, nach dem 1:6, 0:6 in 49 Minuten gegen Rios. Der deprimierte Kohlmann drückte es so aus: "Innerhalb von 24 Stunden sind Traum und Albtraum in Erfüllung gegangen."

Der Verlierer erkannte sich selbst nicht wieder. "Das war meine schlimmste Vorstellung, auf einem voll besetzten Centre-Court in Deutschland so vorgeführt zu werden", sagte er. Dahin waren Selbstbewusstsein und Sicherheit vom Vortag. Da hatte er Haas unter Druck gesetzt und sich nicht darum geschert, krasser Außenseiter zu sein. Für das Champions Race hatte Kohlmann in diesem Jahr noch keinen einzigen Punkt geholt, in der alten Weltrangliste wurde er als 179. geführt. Das Spiel gegen Haas, sagte er, habe ihm gezeigt, dass er "doch noch Tennis spielen" könne. Doch den Vorsatz, gegen Rios ebenso locker aufzutreten, setzte er nicht um. Auch Tipps von Daviscup-Kapitän Carl-Uwe Steeb halfen nicht. Nur zum 1:1 im ersten Satz brachte Kohlmann sein Aufschlagspiel durch. Danach "waren alle Schläge weg. Vorhand, Rückhand, Volley - gibt es noch welche?", fragte er frustriert.

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